Wir starten unsere erste Langzeitreise Richtung Marokko / Mauretanien

 10. Oktober 2025  -  Ende März 2026

# 1

Es ist so weit am Freitag, den 10. Oktober 2025 gegen Mittag haben wir uns zu unserer lang ersehnten Langzeitreise aufgemacht.
Es ist schon ein komisches Gefühl. Wenn wir so an die ersten Gedanken zurückblicken, liegen da fast fünf Jahre hinter uns, wo dieser Entschluss gefasst wurde. 
Es kam dann noch unser Umzug dazu und es war uns wichtig, dass möglichst alles noch vorher, was mit dem Umzug zusammenhängt von uns noch erledigt wird.
Das haben wir aber nicht mehr ganz geschafft und deshalb sind wir sehr dankbar, dass wir liebe Nachbarn haben, die nach dem Rechten sehen und uns über den Posteingang informieren.
Das gilt auch für unsere Kinder, die im Notfall Ansprechpartner sind.
Von unserem neuen zu Hause in Weikersheim Laudenbach ging es nach Reichartshausen zum Badischen Allradtreffen. Wir wollten zu diesem Treffen, da es am Samstagnachmittag einen eineinhalbstündigen Film über eine Asienreise entlang der Seidenstraße gab. Den wollten wir sehen, da das noch so ein still gehegter Traum ist, vielleicht selbst diese Tour in Angriff zu nehmen. Wir haben auf dem Treffen viele neue Overlander kennengelernt und am Feuertisch war es teilweise faszinierend, was da im Einzelnen seit Jahren erlebt und berichtet wurde.
Am Sonntagmorgen ging es für uns weiter Richtung Frankreich. Am frühen Nachmittag haben wir unser Ziel erreicht, einen Naturcampingplatz im Elsass. Wir sind die einzigen Gäste.

Wir wollen in den nächsten Tagen quer durch Frankreich Richtung Atlantikküste in Spanien. 
Da wir sehr lange unterwegs sind, werde ich nur einmal in der Woche von unserer Reise berichten. Geplant ist, dass die Berichte sonntags am frühen Abend online gehen.

# 2

Vom Elsass sind wir ca 375 Km ins Landesinnere gefahren zu einer Abtei die inzwischen zum Weltkulturerbe zählt „Abbaye de Fontenay“.  Die Abtei wurde 1118 vom Heiligen Bernhard von Clairvaux gegründet. Sie ist eine der ältesten Zisterzienserabteien und hatte Bestand bis 1790 wo die Auflösung erfolgte.
Heute ist die Abtei in Privatbesitz und ist über die letzten Jahre restauriert worden was auch aktuell fortgeführt wird. Die Abtei kann zum großen Teil besichtigt werden und es lohnt sich die von der UNESCO zum Weltkulturerbe gezählte Abtei zu besuchen.

Es gibt einen großen Schotterparkplatz vor der Abtei den wir für zwei Übernachtungen genutzt haben. Nach der Besichtigung der Abtei wollten wir noch ein wenig spazieren gehen. Aus dem wenig sind dank keiner Ortskenntnis dreieinhalb Stunden mit ca. 13 Km geworden.

Es geht nun weiter Richtung Atlantik auf zwei Etappen. Die erste Etappe führt uns nach La Souterraine was ca. die Hälfte der Wegstrecke ist. Wir haben dort auf einem großen Parkplatz einen Platz zum Übernachten gefunden. Am nächsten Morgen ging es weiter bis zum Küstenort Gujan-Mestras der ca. 70 Km westlich von Bordeaux liegt.
In der Nähe von Gujan-Mestras liegt die „Dune du Pilat“ die höchste Wanderdüne Europas. Sie hat einen Nord-Süd-Verlauf und ist bis zu 110 Meter hoch, 500 Meter breit und etwa 2,7 Km lang.

Es gibt einen Wohnmobilstellplatz in Gujan-Mestras auf dem wir 3 Tage bis Sonntag bleiben wollen um die Gegend zu erkunden bevor es weiter nach Spanien geht.
Unser neues Navi leistet gute Dienste, allerdings habe ich den Fehler gemacht und habe Autobahn und Mautstrecken vermeiden aktiviert. Demzufolge hat uns das Navi in die Vorstadt von Bordeaux geführt und ich habe sehr geschwitzt, bis wir dadurch waren. Zum einen wegen der Umweltzone, was erhebliche Strafen mit sich bringt und zum anderen wurde es wieder mal sehr eng und verwinkelt. Die Stadtautobahn wäre nämlich mautfrei gewesen. Es ging zum Glück gut!

Wir sind durch ganz Frankreich auf Mautfreien Strecken gefahren und bis auf gefühlt 500 Kreisverkehre ging das ganz gut. Allerdings abzweigen in kleinere Dörfer ist fast nicht möglich, da meistens eine Begrenzung auf 3,5 Tonnen besteht.

Das Wetter ist z.Z. noch bombastisch, wir haben zwischen 23 und 25 Grad am Nachmittag und blauen Himmel. Für Fischliebhaber ist das hier ebenfalls ein Paradies. Frische Austern, jede Menge Schalentiere und eine große Auswahl an Fisch.

Wir wollen noch zur „Dune du Pilat“, diese Wanderdüne sollte man sich schon ansehen. Die Busfahrt dorthin war zwar etwas umständlich, wenn man bedenkt, dass die Düne nur 10 Km Luftlinie entfernt ist und wir mit dem Bus hin und zurück ca. 4 Stunden unterwegs waren.
Der Anstieg auf die Düne ist ungefähr so wie wenn man im Tiefschnee einen Berg hinaufsteigt, sehr anstrengend.

Am Sonntag geht es weiter an die spanische Atlantikküste, dazu mehr im nächsten Bericht.

# 3

Das ursprüngliche Vorhaben sah eigentlich die weiterfahrt nach Lekeitio an der spanischen Atlantikküste vor. In Google Maps war die Wegstrecke ca. 225 Km und das müssten wir mit 5 Stunden Fahrzeit hinbekommen. Als ich das Ziel in unserem LKW-Navi eingab, lagen wir plötzlich bei knapp 10 Stunden reine Fahrzeit. Wir fuhren los und waren der festen Überzeugung, dass da am Navi was nicht passte.  Es hat sich aber herausgestellt, dass das Navi recht behielt, weil wir Mautfreie Straßen und ein Gewicht von 9 Tonnen hinterlegt haben. In Frankreich sind die meisten Ortsdurchfahrten auf 3,5 Tonnen beschränkt und das führt dazu, dass unser Navi aus den 225 Km fast das doppelte machen musste. 30 Km der Strecke mussten wir das Risiko eingehen für LKW über 7,5 Tonnen gesperrt, aber es ging nicht anders.

Je näher wir an die spanische Grenze kamen, desto höher wurden die Berge. Es sind die Ausläufer der Pyrenäen, die sich in einer atemberaubenden Landschaft zeigen.  Beim Überqueren einer Passstraße passierten wir die spanische Grenze und mir vielen immer wieder Zeichen am Straßenrand auf, die mir irgendwie bekannt vorkamen. Es waren die Symbole des Jakobweges. Auf der Passhöhe stand ein großes Anwesen „Roncesvalles“ (wichtige Station auf dem Jakobsweg) an der auch wir anhielten und da es schon fast 18:00 Uhr war, haben wir auf dem Parkplatz übernachtet.
Am Ende des Anwesens stand ein großes Schild „Santiago de Compostela 790 Km“ es gibt Menschen, die das zu Fuß zurücklegen. 500 Meter sind wir auch auf dem Jakobsweg gelaufen.

Am nächsten Morgen ging es dann zum ursprünglich geplanten Ziel, Lekeitio an der Atlantikküste. Es gibt dort einen großen Parkplatz, auf dem man mit dem Wohnmobil übernachten darf. Wir haben uns am Nachmittag das Städtchen angesehen und am Hafen zum ersten Mal auf unserer Reise im Restaurant gegessen.

Es geht weiter entlang der Küste Richtung Portugal, aber bis dahin gibt es noch den einen oder anderen Zwischenstopp. 
Wir wollten gerne mal ein paar Dinge erledigen, deshalb sind wir in der Nähe von Gijon auf einen Campingplatz gefahren um die Annehmlichkeiten zu nutzten. Hier bleiben wir für zwei Tage (Camping Perlora in Peran).
Auf der Fahrt dorthin ist der Tacho ausgefallen, so wie es aussieht liegt es an der Tachowelle, die am Tacho ausgebrochen ist. Es muss nun ohne Tachoanzeige weitergehen und vielleicht finden wir in Marokko eine Werkstatt, die es reparieren kann.
 

Der nächste Stopp ist die Hafenstadt Ferrol, auf einem Stellplatz am Stadion lässt es sich für eine Nacht gut Stehen. Da wir schon gegen 14:30 Uhr da waren, sind wir noch ins Zentrum gelaufen haben ein paar Lebensmittel eingekauft und in einem Cafe zwei Kaffee getrunken für drei Euro, es gibt es noch. Ferrol liegt schon fast an westlichsten Punkt Spaniens.

Eigentlich hatten wir vor noch einen Zwischenstopp in Vigo einzulegen. Es war aber sehr schwierig einen Stellplatz zu finden und als wir doch einen fanden, war das Mitten im Industriegebiet und der Weg zu Fuß in die Stadt viel zu weit.
Nach kurzem beratschlagen sind wir weiter gefahren nach Braga in Portugal, da das Navi für die Strecke nur knapp zwei Stunden veranschlagte. Das war aber falsch gedacht, da in Portugal die Zeit eine Stunde zurück liegt und es dann doch drei Stunden Fahrzeit bedeutete. Wir wollten einen Campingplatz anfahren, den wir auch ins Navi eigegeben haben, aber wiedermal ging es am Ziel vorbei, aber schlussendlich nach 45 Minuten suchen kamen wir bei Dämmerung an.
Braga ist unser erstes Ziel in Portugal, dass wir besichtigen wollen.

Braga liegt ganz im Norden von Portugal und hat eine sehenswerte Altstadt. Das Wetter war nicht das Beste, aber wir konnten trotzdem die Stadt erkunden. Wir können uns vorstellen, dass im Sommer viel Leben in den Straßen stattfindet, da es sehr viele Cafés und Restaurants gibt. Bei uns war es eher ruhig und viele Läden hatten geschlossen.

Am Sonntag wollen wir weiter Richtung Porto. Wir werden uns außerhalb der Stadt einen Stellplatz suchen, da es in der Stadt mit unserer Baronin sehr schwierig ist einen Platz zu finden, fahren wir lieber mit Bus oder Bahn.

# 4

Das nächste Ziel in Portugal ist Porto, die Küstenstadt im Nordwesten von Portugal. Sie ist bekannt für ihre prächtigen Brücken und dem Portwein.
Wie bereits erwähnt, wollten wir nicht mit unserer Baronin in die City fahren, da es auch Umweltzonen gibt und wir da nicht durchfahren dürfen.
Wir haben einen ganz großartigen Stellplatz ca. 20 Km außerhalb von Porto gefunden mit ausgezeichneten Servicemöglichkeiten und wir sind die einzigen Gäste.
Von hier aus wollen wir Morgen mit dem Taxi zum Bahnhof von Cete und dann mit dem Zug nach Porto, wir freuen uns schon auf die Stadt. 

Wenn der Tag auch schon gut losging mit dem Automaten am Bahnsteig für die Fahrkarte. Wir haben dann einen jungen Mann angesprochen, ob er uns helfen kann, aber auch er war überfordert. Letztendlich haben wir beim Schaffner mit etwas Aufwand ein Ticket gelöst und jetzt konnte es in die City gehen. Porto ist eine sehr lebendige Stadt mit viel buntem Treiben, absolut sehenswert. Wir haben einen tollen Tag in Porto verbracht und der Besuch zählt mit Sicherheit zu den Highlights der Reise. Die Taxifahrt von Cete zurück zum Stellplatz, war auch noch ein Erlebnis, ich musste mit Hilfe meines Navis auf dem Handy den Fahrer zum Stellplatz Lotzen und er sprach nur portugiesisch. Wir haben es aber mit vereinten Kräften geschafft. 

Es geht weiter nach Aveiro, die Stadt liegt an einer Lagune (Ria de Aveiro). Charakteristisch für die Stadt sind die Kanäle mit ihren farbenfrohen Booten. Die Boote wurden früher zur Seetangernte benutzt, heute werden die Touristen damit durch die Kanäle geschippert.
Auf einem großen Schotterparkplatz am Stadtrand, haben wir noch einen Platz bekommen und werden zuerst die Stadt besichtigen, aber auch die Nacht verbringen. 

Der nächste Stopp auf unserer Reise ist Coimbra, wir haben wie meistens einen Stellplatz auf park4you ausgesucht und ins Navi eingegeben. Wie schon des Öfteren, standen wir mitten in der Stadt und mit unserem nicht gerade kleinen Fahrzeug wird das dann manchmal zum Problem. Der eingegebene Stellplatz erwies sich als ungeeignet für unsere Baronin. Nach mehreren Versuchen haben wir dann einen Campingplatz angefahren und für eine Übernachtung gebucht. Mit dem Bus (der ab Oktober bis März kostenlos ist) sind wir in die Altstadt gefahren und haben uns dort den ganzen Nachmittag umgesehen. Wir waren beide begeistert und hätten nicht gedacht, dass Coimbra eine solch wunderbare Altstadt hat. 
Coimbra war früher einmal die Hauptstadt von Portugal und ist die drittgrößte Stadt des Landes.
Sie hat eine historische Universität, die zu den ältesten Europas zählt sie wurde 1290 gegründet.

Nach mehreren Städtebesuchen wird es mal wieder Zeit fürs Meer. Wir fahren nach Nazare an der Atlantikküste. Nazare ist bekannt für die große Welle, die die Aufmerksamkeit der internationalen Surfelite auf sich zog. Wir sind mal gespannt. 

Unterwegs war ein Weghinweis nach Fatima 35 KM. Eigentlich wollten wir nach Nazare weiterfahren nach Fatima, aber wenn es schon auf dem Weg liegt, warum nochmals eigens zurückfahren. Da wir von der Zeit noch früh unterwegs waren haben wir noch einen Abstecher nach Fatima gemacht.
Fatima bezieht auf die Marienerscheinung, die drei Hirtenkinder am 13. Mai 1917 in der Nähe von Fatima hatten. Fatima ist heute einer der bedeutendsten katholischen Wallfahrtsorte der Welt. Millionen von Pilgern besuchen jedes Jahr die Stadt.
Es ist mit Sicherheit Ansichtssache wie man zu diesen Dingen steht, aber was die katholische Kirche daraus gemacht hat, lässt sich sehen.

Nach dem Besuch der Kathedrale ging es weiter zum eigentlichen Ziel Nazare. Die Stellplatzsuche war wieder ein wenig schwierig, aber auf einem großen Schotterparkplatz wurden wir fündig. Nazare, der Strand und die Oberstadt mit Leuchtturm sind so großartig, dass wir uns dazu einen ganzen Tag Zeit nehmen wollen.
Leider hat das Wetter umgeschlagen und es regnet und es stürmt. Wir haben noch ein wenig abgewartet, sind aber dann mit Regenjacke und Schirm losmarschiert. Das mit dem Schirm war nur kurze Zeit möglich, da die Sturmböen so heftig waren, dass das nicht lange gut ging.
Wir haben uns dann wegen dem schlechten Wetter entschlossen mit der Bergbahn in die Oberstadt zu fahren. Sie legt auf 318 Meter einen Höhenunterschied von 110 Metern zurück das entspricht 42% Steigung. Hin und zurück kostet die Bahn 4 € pro Person, also erschwinglich.
Wir sind dann zum Leuchtturm gelaufen, der an einer Klippe liegt. Von dort kann man die Wellenbracht am besten sehen. Wir hatten nur 3 – 4 Meter hohe Wellen, es sollen aber bei optimalen Bedingungen bis zu 20 Meter hohe Wellen geben. Das lockt natürlich die Surfelite aus der ganzen Welt an.
Bei der Rückkehr haben wir uns noch ein paar leckere Sachen gegönnt.

Der nächste Halt ist die Stadt Peniche, die Stadt liegt auf einer Halbinsel ca. 50 Km oberhalb von Lissabon. Hier haben wir einen Stellplatz gefunden der allerlei Services anbietet. Wir werden hier drei Tage bleiben und Wäsche waschen Wasser Tanken usw..
Die Stadt selbst ist jetzt kein highlight, aber ein wenig Ruhe tut auch gut.

# 5

Peniche ist wie bereits erwähnt, von der Stadt her nicht unbedingt die schönste und es ist auch nicht die Welt los, aber ein paar Dinge gibt es doch die hier reizvoll sind.

Entlang der Halbinsel gibt es Kilometer lange Strände und sehr viele Surfer die sich im bezw. Auf dem Wasser tummeln.
Für uns war es an der Zeit, Wäsche zu waschen und das konnten wir auf dem Stellplatz gut erledigen. Wir wollen auch mal ein wenig „chillen“ wie das auf neudeutsch heißt und dann ein größeres Stück des Weges zurücklegen.
Das mit dem chillen hat nicht ganz geklappt. Ich habe im Internet gesehen, dass es auf dem westlichsten Punkt der Halbinsel einen Leuchtturm gibt und das wären ca. 3,5 Km zu Fuß. Wir haben uns dann auf den Weg gemacht und ich muss sagen, es war gigantisch was wir auf dem Weg zu sehen bekamen. Die Klippen waren faszinierend und so sind wir einmal komplett um die Halbinsel gelaufen. Am Ende waren es fast 12 Km.

Wir wollen noch an die Algarve fahren das sind ca. 250 Km. Es geht an Lissabon vorbei, eine Stadt die mit Sicherheit ihre Reize hätte, aber wir haben uns dazu entschlossen, Lissabon nicht zu besuchen.

Wir sind in Vila Nova de Milfontes gelandet auf einem Campingplatz. Eigentlich ist es nicht so unser Ding auf Campingplätze zu fahren, es ist wesentlich schöner irgendwo frei zu stehen. In Portugal sind die meisten Küstenabschnitte Naturschutzgebiet und es  ist verboten dort mit dem Wohnmobil zu übernachten. Die Strafen sind saftig bis zu 600 Euro, dass müssen wir nicht austesten, deshalb öfters mal ein Campingplatz.

Wir haben einen Spaziergang zum Meer unternommen und haben es gerade noch rechtzeitig vor einem schweren Gewitterregen in ein Cafe geschafft. Nach dem Regen sind wir zur Flussmündung gelaufen, wo der Rio Mira in den Atlantik fließt. Ein wenig ist auch links und rechts von der Algarve zu sehen, die großen Klippen gab es hier aber nicht.

Wir fahren weiter ins Landesinnere zu einer Stadt namens Mertola, sie liegt in einem Naturschutzgebiet nahe der spanischen Grenze.
Durch Zufall auf der Stellplatzsuche haben wir einen ganz tollen Platz direkt am Fluss Guadiana entdeckt und trotz enger und steiler Zufahrt stehen wir unterhalb der Burgmauer. Übrigens der Fluss Guadiana wird etwas weiter unterhalb, der Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien.

Der Spaziergang zur Burg war ganz schön anstrengend aber hat sich gelohnt. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert erbaut und von einem katholischen Orden bewohnt. Ausgrabungen haben ergeben, dass teile der Stadtmauer bis ins Jahr 500 v. Christi zurückreichen. Als wir dann noch ein Stück am Flusslauf entlang spazierten, vermuteten wir zuerst einen Luchs zu sehen, hat sich aber als Katze herausgestellt. Es soll nämlich Luchse im Nationalpark geben. 

Wir verlassen unseren schönen Stellplatz in Mertola und fahren nach Tavira, der wohl letzte Stopp in Portugal wir haben einen Platz am Algarve Motorhome ausgesucht.
Hier stehen gut über 100 Wohnmobile, die meisten wollen hier wohl überwintern. Wir haben kurz miteinander darüber gesprochen und sind beide übereingekommen, dass das für uns nichts wäre, wochenlang am selben Ort zu bleiben. 

# 6

Wir haben die Stadt Tavira zu Fuß erkundet. Es gibt nicht allzu viel an Sehenswürdigkeiten, aber trotzdem lohnt es sich ein wenig durch die Stadt zu schlendern.

Wir werden die Zeit auf dem Stellplatz noch nützen, um ein paar kleine Reparaturen an unserer Baronin vorzunehmen. Wäsche wollen wir auch nochmals waschen, denn wir planen bald auf den afrikanischen Kontinent überzusetzen.

Zuvor gibt es aber noch zwei Stopps in Spanien. Da wie bereits erwähnt das Freistehen am Meer sehr schwierig ist und auch in Spanien sogar bis zu 750 Euro Bußgelder erhoben werden, werden wir nochmal einen Stellplatz bei Barbate anfahren.

Nach einer komplizierten Suchaktion haben wir den Stellplatz gefunden „Area Canos de Meca“ ca. 200 Meter vom Strand entfernt, da gibt es mit Sicherheit einen ausgiebigen Strandspaziergang.
Auch Spanien hat wundervolle Stände und es ist hier wohl auch ein Paradies für das Kitesurfen.
Der Spaziergang zum Leuchtturm war auch interessant, leider kann man ihn nur von außen betrachten, aber es ist ein Leuchtturm, der noch im Einsatz ist und in der Nacht ein sogenanntes Leuchtfeuer sendet.

Nun erleben wir Spanien auch einmal anders. Eine Schlechtwetterfront ist aufgezogen und das erste Mal, seit wir unterwegs sind regnet und stürmt es den ganzen Tag, teilweise mit starken Sturmböen, dass sogar die Baronin sich manchmal schüttelt.

Es geht weiter nach Gibraltar. Wir haben einen Stellplatz direkt am Yachthafen, der zwar 15 € die Nacht kostet, dafür gibt es aber keine Probleme mit der Polizei.
Hier hat man einen Ausblick auf den Felsen von Gibraltar und zum anderen auf ein paar Millionenschwere Yachten.
Vom Stellplatz aus sind wir zu Fuß nach Gibraltar. Der Grenzübertritt war schnell erledigt und als EU-Bürger kommt man sogar mit dem Personalausweiß über die britische Grenze ohne ETA-Visum. Die City ist sehr lebendig mit vielen Geschäften und Restaurants, ich meine aber, dass die Preise relativ hoch sind. Leider hatten wir die Baronin nicht dabei, denn das einzige was wir als sehr günstig empfanden war der Diesel für 1,03 €.
Nun wir wollten auf den „Rock“ von Gibraltar, nachdem wir uns 344 Stufen nach oben gequält haben, standen wir vor einem Ticketschalter und da sollten wir umgerechnet 70 € bezahlen, um weiterzugehen. Das ist für bayrische Schwaben schon viel Geld und um ein paar freilebende Affen zu sehen unseres Erachtens zu viel. Also sind wir die 344 Stufen wieder nach unten gelaufen und wollten zur „Cable Car“ eine Seilbahn, die zu einer Aussichtsplattform führt, die soll es für 19 € pro Person geben. Als wir dort ankamen, stand ein Schild, dass die Bahn wegen dem Sturm erst wieder ab Montag fährt, dann halt nicht.
Also wieder langsam zurück zum Stellplatz, wir wollen dann am Sonntag nach Algeciras und die Tickets für die Fähre kaufen und nach Möglichkeit auch noch nach Nordafrika übersetzen.

# 7  Marokko

Wir sind schon recht früh losgefahren nach Algeciras, um bei „Carlos“ die Tickets für die Überfahrt zu kaufen. Carlos ist so ein Tipp bei den Overländern, dort gibt es die günstigsten Tickets. Tatsächlich haben wir für die Hin- und Rücktour 250,- € bezahlt und das tolle, die Rückfahrt ist ohne Datum und ein Jahr gültig und eine Flasche Wein plus eine kleine Bisquitroulade gabs auch noch. Zwei SIM-Karten von Maroc Telecom haben wir gleich mitgekauft und gegen 09:30 waren wir schon wieder am LKW, um gleich zur Fähre zu fahren, wir haben die Fähre um 10:15 Uhr gebucht. Alles ging sehr schnell und gegen 10:45 legte die Fähre ab Richtung Tanger Med. Was uns verwundert hat, auf dem riesigen Schiff waren vielleicht gerade mal an die 20 Fahrzeuge.
Gut eineinhalb Stunden später haben wir schon in Tanger Med angelegt. Dort kam ein Grenzpolizist an Bord, der die Einreise schon mal in die Pässe einstempelte. Nun ging es zum Fahrzeug und raus aus der Fähre. Wir kamen nicht weit, der erste Stopp, ein Polizist mit Spürhund einmal ums Auto. Nun wusste ich, dass wir für unsere Baronin noch extra ein Einfuhrdokument brauchten, es ging augenscheinlich aber schon aus dem Gelände heraus, was sich aber als falsch erwies. Es ging zu einer weiteren Kontrolle und diesmal wurde unsere Baronin mit einem Scanner durchsucht. Dann durften wir zur nächsten Kontrolle, dort wurde die Baronin noch durch einen Zöllner durchsucht und nach Drohnen und Waffen gefragt. Endlich gab es auch das Dokument für unseren LKW und mit „Welcome to Marokko“ durften wir uns auf den Weg machen, gedauert hat das Ganze ca. eine gute Stunde.

Wir sind dann über Land nach Chefchaoun gefahren, die blaue Stadt Marokkos. Mann merkt schon einen Unterschied, dass man nicht mehr in Europa ist, sondern das man den Kontinent gewechselt hat. Wir sind einen einfachen Campingplatz angefahren und wollen uns die Stadt ansehen.
Chefchaoun ist schon faszinierend mit den vielen Gassen und den blau angestrichenen Häusern. Die Medina hat einen besonderen Fleer, leider hat es fast den ganzen Tag geregnet. Wir hatten das Glück, dass wir auf dem Campingplatz ein junges Paar kennengelernt haben, die seit 12 Jahren im Wohnmobil leben und schon des Öfteren in Marokko waren und vor allem auch in Chefchaoun. Sie haben uns den Weg in die Medina gezeigt und sind mit uns in ein kleines Cafe am Platz gegangen, wo hauptsächlich die Einheimischen verkehren. Aus Dankbarkeit fürs Zeigen, haben wir die Rechnung übernommen. Zwei Kaffee, eine Kanne Tee, zwei Omelette (die Beiden hatten noch nicht gefrühstückt), alles zusammen 60 Dirham, das entspricht ca. 5,50 €. Von den beiden kam auch der Tipp mit dem Taxi zum Campingplatz zurückzufahren, was wir gerne in Anspruch genommen haben, denn wir waren ziemlich durchnässt und die Stadt liegt auch an einem Steilhang, der Campingplatz ist ganz oben.
Von der Innenstadt zum Campingplatz (ca. 4 Km) haben wir dann 1,90 € für das Taxi bezahlt.

Nach dem Frühstück haben wir die Baronin startklar gemacht und wollten eigentlich frühzeitig los. Ich wollte nur noch schnell Denis (Campingplatzbekanntschaft) fragen, ob die Route über das Rif Gebirge nach Fes zu empfehlen ist, oder es lieber zu lassen. Marokko ist der weltgrößte Exporteur von Haschisch und das stammt aus dem Rif Gebirge. Das Auswertige Amt warnt vor der Durchreise, wegen dem Verkauf von Haschisch, was eigentlich in Marokko verboten ist.

Denis meinte, fahr durch, wenn dich das Anquatschen nicht stört, und so sind wir losgefahren. Landschaftlich wunderschön, die Straßen unterschiedlich, von fast Neu bis abgebrochen und Schlaglochpisten.  Ich sage mal, an die gut 50-mal erhielten wir das Angebot Haschisch zu Kaufen in unterschiedlicher Weise, von heftigem Winken am Straßenrand bis wildes Gestikulieren aus dem Auto. Wenn man immer freundlich ablehnt, ist das ganze kein Problem und wir konnten die Fahrt genießen.
Als wir das Rif Gebirge verlassen haben, wollten wir eigentlich an einem See einen Übernachtungsplatz finden. Das war abenteuerlich, wir sind ca. 20 KM Piste gefahren in einem desolaten Zustand und haben keinen Stellplatz gefunden. Schlussendlich haben wir uns dann in einem Dorf Namens Qurtzarh auf einen großen Platz gestellt und hoffen das das gut geht.
Es ging gut und wir haben uns am Morgen auf den Weg nach Fes gemacht. Wir sind hier in einer sehr abgelegenen Gegend und es gibt hier sehr viel Armut, die wir mit Absicht nicht fotografiert haben, es lässt aber manches wieder in ein gewisses Maß der Zufriedenheit rücken.
In einem Ort war gerade Markt und das Spielt sich alles auf der Durchfahrtsstraße ab. Viele Menschen, viele Autos, viele Tiere und zwischendrin wir die sich im Zentimeterbereich mühsam durchgeschlängelt haben, wir haben es aber geschafft.

Wir sind in Fes, eine Großstadt mit viel Gedränge und auf der Suche nach dem Parkplatz, den wir vorher in Park4Night ausgesucht haben, hat uns ein Mopedfahrer angequatscht wir sollen ihm folgen er führt uns zum Parkplatz. Man muss immer wieder mal Lehrgeld zahlen, der Parkplatz war sehr eng und in einem nicht so ansehnlichen Viertel. Die härte war aber, dass der Parkplatzbetreiber 10 DH die Stunde von uns wollte und der nette Mopedfahrer auch gleich eine Führung durch Fes anbot. Wir haben dankend abgelehnt und sind nach einer Stunde wieder gefahren, zu dem Parkplatz, zu dem wir ursprünglich wollten. Der Weg hatte es zwar auch in sich, aber hier kosten 24 Std. 40 DH, ein kleiner unterschied.
Wir sind noch ein wenig in die Medina von Fes gelaufen, die hat uns so gut gefallen, dass wir uns entschlossen haben, zwei Nächte zu bleiben und alles in Ruhe anzusehen.

Wir möchten uns unbedingt eine Ledergerberei ansehen, durch die Fes so bekannt wurde. Wir sind sehr dankbar, dass es Google Maps gibt und wir uns so durch die engen und unzähligen Gassen der Medina navigieren konnten. Die Gassen in der Medina sind so eng, dass die ganzen Waren mit Handkarren zu den Geschäften gebracht werden. Zurück zur Gerberei, wir haben eine große gefunden, ein Mann sprach uns an, ob wir die Gerberei von seiner Dachterrasse ansehen wollen. Nachdem er nur 20 DH wollte, haben wir eingewilligt. Jeder von uns Beiden bekam ein paar Minzblätter in die Hand gedrückt, da der Gestank der Gerberei ziemlich ekelhaft ist und man dankbar ist, wenn man sich die Minzblätter unter die Nase halten kann. Es ist schon beeindruckend zu sehen, wie die Lederhäute gegerbt und gefärbt werden. Es wäre zu aufwendig, alles zu beschreiben, was wir erzählt bekommen haben, es war aber hoch interessant.

Zurück in der Medina, sah ich einen kleinen Barbiershop, kurzentschlossen, nachdem Heike abgenickt hat, ließ ich mir die Haare schneiden. Dabei blieb es nicht, es gab eine Rundumpflege mit Rasieren und Bartschneiden. (Freund Patrick, falls du das liest, ich kann nun nachvollziehen, wie eine Messerrasur sich anfühlt). Nach ca. 45 Minuten war ich fertig und das ganze kostete dann 110 DH (ca. 10,20 €).
Den Nachmittag haben wir noch in der Medina verbracht und auch dort unsere erste Tajine gegessen. Wir wollen nach einer weiteren Nacht weiter nach Meknes.

Wir sind an einem Freitag in Meknes angekommen, d.h. für ein muslimisches Land ist der Freitag wie unser Sonntag. Wir sind in die Medina gelaufen, aber alle Geschäfte waren zu das einzige, was offen ist, sind die Restaurants. Meknes zählt zu den vier Königstädten in Marokko und hat ca. 550.000 Einwohner. Die Medina wurde im Jahr 1996 in die Liste des Weltkulturerbe aufgenommen.  Da die Medinas in Fes und Meknes sich ähneln, werden wir nur eine Nacht hier am Haupttor zur Medina verbringen und uns dann nach Azrou am mittleren Atlas aufmachen.

Bei Azrou haben wir einen Campingplatz angefahren, da wir noch Wasser tanken wollen und auch unser Brauchwasser entsorgen müssen. Wir wollen aber nur eine Nacht bleiben. Ein netter Herr hat uns angesprochen, ob er uns das angrenzende Hotel zeigen soll, wir sind einfach mitgegangen. Es ist ein gigantisches Bauwerk, leider sprach der Mann nur französisch und das ist schon sehr eigerostet. Soweit ich es verstanden habe, beruht der Leerstand auf eine Pleite des Betreibers. 
Nach einem ruhigen Nachmittag, wo noch ein paar Dinge zu reparieren waren, uns hat jemand unsere Stau Box am Heck geschrammt, lassen wir den Tag ausklingen.

# 8

Wir haben keine stur festgelegte Route, deshalb haben wir uns entschlossen, zuerst einmal weiter in die Sahara zu fahren. Die Strecke führt auch durch einen Nationalpark, wo die vom Aussterben bedrohten Berberaffen noch frei Leben. Da es noch 500 KM sind, die wir zurücklegen müssen, haben wir bei Midelt einen Zwischenstopp eingelegt. Dort gibt es von der Stadt einen Stellplatz für 3,50 € die Nacht, mehr ist aber auch nicht zu erwarten. Die Sanitäranlagen sind alt und teilweise defekt und auch sehr verdreckt. Zum Glück haben wir in unserer Baronin alles, was wir brauchen, und sind nicht auf Sanitäranlagen angewiesen.
Auf dem Stellplatz stand noch ein alter LKW vom THW der ebenfalls zum Camper umgebaut wurde. Schnell kamen wir ins Gespräch und die Beiden sind in der nähe von Cochem beheimatet und bleiben bis Mitte Dezember in Marokko. 
Zu Midelt selbst gibt es nicht viel zu sagen, wir sind noch kurz in die Stadt gelaufen und haben an einem Gemüsestand eine Tasche voll mit Tomaten, Paprika, Zucchini und einer Möhre, gesamt für 95 Cent gekauft. Zum Abendessen gab es dann frisches gedünstetes Gemüse im Pfannenkuchen.

Am nächsten Morgen haben wir uns dann für die noch verbleibenden 300 KM nach Merzouga aufgemacht. Was wir da an unterschiedlichen Landschaftsbildern gesehen haben, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Von einer faszinierenden Bergwelt über Palmenoasen und vieles mehr.
Wir haben uns kurz angesehen und kamen überein, dass das wohl das schönste Geschenk zu unserem 41. Hochzeitstag ist. Einige Kilometer vor Merzouga trafen wir wieder auf eine andere Welt, die Sahara. Ca. 10 KM vor unserem Ziel sahen wir links zwei Expeditionsmobile stehen, wir haben kurz angehalten und ein wenig geplaudert.
Unser Ziel ist das Camp „La Gazelle Bleue“ wo wir sehr freundlich empfangen wurden. Außer uns und einem holländischen Camper ist das Camp leer. Zum Empfang gab es Tee und Nüsse auf der Dachterrasse. Das Camp ist mit einer Mauer umschlossen und wenn man durch die Tür neben unserer Baronin geht, steht man schon mitten im Sand der angrenzenden Düne.
Wir haben vor für zwei bis drei Nächte hier zu bleiben.

Am Morgen klopfte es an unserer Tür und draußen stand Mohamed, der Campbesitzer mit einem frischen Brot und zwei frisch gebackenen Msemen, ohne dass wir etwas gesagt haben.
Ich habe Mohamed bereits Gestern gefragt, ob es ein Restaurant in der Nähe gibt, da wir an unserem Hochzeitstag essen gehen wollte. Er sagte, dass die Frauen Heute in der Stadt sind, aber Morgen werden sie für uns kochen, also wird das Essen gehen um einen Tag verschoben.
Nach dem Frühstück sind wir in die Wüste gelaufen, wir wollten auf eine hohe Düne, um den Ausblick zu genießen. Es ist ganz schön anstrengend durch den weichen Sand zu laufen. Der Aufstieg auf eine der Dünen hatte es in sich, aber wurde mit der Aussicht belohnt. Kurz darüber nachgedacht, auf dem Allerwertesten hinunterzurutschen, wir haben es aber nicht gemacht.
Zurück bei der Baronin haben wir erst einmal den feinen Sand aus Schuhen, Socken und Füssen abgebürstet und dann ging es Duschen.
Mohamed kam und sagte, dass das Essen um 18:00 Uhr fertig ist. Kurz vor sechs, haben wir uns in das Speisezimmer gesetzt, ohne zu wissen was uns erwartet. Als erster Gang gab es eine Suppe, schwer zu definieren, aber lecker, Brot und Oliven gab es auch noch. Dann kam die erste Tajine mit gedünstetem Gemüse und mit Eiern überbacken, wenn der Deckel gehoben wird, brodelt es noch und ist richtig heiß. Einen Moment später die zweite Tajine mit einer Art Hackfleischbällchen, ebenfalls brodelnd und dann gab es noch eine Schüssel mit Kartoffelschnitten und einen Obstteller. Wow, unser erstes richtiges marokkanisches Essen. Es war einfach nur köstlich und wir haben uns die Bäuche richtig vollgeschlagen. 
Wir haben am Vortag auch noch unseren Wäschesack abgegeben, den haben wir nach dem Essen auch noch gewaschen und zusammengelegt wieder bekommen. Als ich bezahlen wollte, sagte Mohamed das machen wir alles gemeinsam, wenn ihr weiterfahrt. Bin mal gespannt.

Wir haben noch einen Tag in Merzouga angehängt, das Camp ist wirklich entspannend. Ein kurzer Spaziergang in das Dorf zum Einkaufen, frisches Gemüse und noch ein paar Kleinigkeiten.
Was für uns Westeuropäer eine wenig schwierig ist, der Kauf von Fleisch. Bei den Schlachtern hängen die Schafe- und Rinderhälften im freien am Hacken und die Fliegen freuen sich. Vielleicht sind wir ja zu empfindlich, aber da lassen wir lieber die Finger weg.

Wir haben lange überlegt, aber uns doch dazu entschlossen, dass wir die längste Offroadstrecke in Marokko wagen. Es geht von Merzouga nach Zagora, durch Wüste und Steppe. Gesamt sind das etwa 280 KM, davon 230 KM Offroad, dazu wollen wir uns drei Tage Zeit nehmen. Vorher wollen wir noch einen Stopp in Ouzina im Desert Camp Porte de Sahara für eine Übernachtung machen, das liegt auf dem Weg. Ab diesem Camp hört die Teerstraße auf und s gibt nur noch Piste. Wir werden berichten.

Diesen Bericht stellen wir früher ein, da es auf der Offroad Strecke nur selten eine Internetverbindung gibt und wenn, dann schwach.

Auf diesem Weg wünschen wir schon mal Allen eine 
besinnliche und friedvolle Adventszeit

# 9

Wir sind von Merzouga nach Ouzina gefahren, das sind ca. 55 KM, dort haben wir im Camp „Porte de Sahara“ noch eine Nacht verbracht und unsere Baronin auf die Offroad Tour vorbereitet. Luftdruck reduzieren auf 4,5 Bar, Ölstand und Kühlflüssigkeit prüfen und ein Blick unter das Fahrzeug, ob alles Augenscheinlich in Ordnung ist.
Am Morgen haben wir nochmals überprüft, ob alle Schränke und Schubladen gesichert sind und dann gings los.
Es wechseln sich Wellblech- und Sandpiste ab. Es ist schon für Mensch und Maschine eine hohe Beanspruchung und erfordert auch die ganze Konzentration. Nach ca. 45 KM kommt eine Oase „Ramlia“, von der wir aus Berichten schon manches Negative gelesen haben. Wir haben kurz vorher angehalten, da trotz Sicherung ein Schrank aufging und die ganze Arznei und manch andere Sachen kreuz und quer auf dem Boden lagen. Nachdem alles wieder einigermaßen verstaut war, ging es weiter. Die Oase ist ein Lehmhüttendorf und laut Navigation muss man nach dem letzten Haus rechts abbiegen, um an eine Schlüsselstelle zu kommen, eine Durchquerung eines Flussbettes, allerdings ohne Wasser sondern mit tiefem Sand.
In Berichten haben wir gelesen, dass Jugendliche aus dem Dorf einen anhalten und eine Führung durch das Oued (Flussbett) anbieten für relativ viel Geld und bei Ablehnung in die falsche Richtung in den Tief Sand schicken. 
Wir hatten nun etwas Neues, die Piste war soweit das Auge reicht mit Stacheldrahtzaun abgesperrt, so dass eine Durchfahrt nicht, oder nur mit Gewalt möglich gewesen wäre.
Ich bin ausgestiegen und habe mir die Sache angesehen, kaum war ich draußen kam schon ein Mann und meinte die Piste sei gesperrt es gäbe kein Durchkommen. Er habe ein Auto und könnte mir eine alternative Route zeigen. Als ich ihn nach dem Preis dafür fragte, musste ich Lachen, er wollte 400 € von uns. Inzwischen kam ein Mopedfahrer und mengte sich in den inzwischen etwas lauter gewordenen Wortwechsel und bot uns die Führung für 300 € an. Ich bin wieder eingestiegen und wir haben die Beiden stehen gelassen, sind ein Stück zurückgefahren und haben auf dem Navi nach alternativen gesucht. Das Problem für uns war, dass wir Alleine waren und die alternativen alle durch tiefen Sand führen. Dazu kommt, wenn man sich da richtig festfährt und nur noch mit fremder Hilfe herauskommt, wird’s teuer und die Herren lachen sich ins Fäustchen. 
Wir haben uns kurz beraten und dazu entschlossen umzukehren. Als wir in Ouzina ankamen, dort beginnt die Teerstraße, haben wir kurz angehalten und den Reifendruck wieder auf 6 Bar erhöht. Schade, aber ich Glaube in unserem Fall die Beste Entscheidung. 

Wir sind dann einfach Richtung Todra Schlucht gefahren und wollten irgendwo zwischendrin Übernachten. Auf dem Weg kamen wir in eine kleine Stadt, wo plötzlich der Verkehr stockte. Wir sahen eine Menschenmenge auf der Straße laufen, konnten aber zuerst nicht erkennen, warum sie alle auf der Straße liefen. Es kamen immer mehr Menschen von links und rechts, Heike hat dann richtig bemerkt, dass es sich nur um Männer handelt. Als wir doch etwas näherkamen, sahen wir den Grund, sie haben einen Leichnam auf den Friedhof getragen und es handelte sich um einen Leichenzug. 
Kurze Zeit später, tauchten auf der rechten Seite die berühmten Bewässerungssysteme auf, von denen ich schon gelesen habe. Heike meinte, dass man da auch auf dem Parkplatz übernachten kann, und so haben wir angehalten. Wir wurden gleich begrüßt und zum Tee eingeladen, anschließend gab es eine kleine Führung und Erklärung auf Englisch, natürlich gegen Bezahlung.
Es war aber trotzdem interessant, diese unterirdischen Wassertunnel sind zwar seit 200 Jahren ausgetrocknet, aber wurden damals von Hand 145 KM durch die Wüste gegraben. Laut Erzählung waren die Gräben auch schon Filmkulisse für zwei Kinofilme. An der Oberfläche gab es dann die Ziehbrunnen alle paar Hundert Meter. Der Führer meinte, ob wir nicht an den Kunstwerken eines deutschen Künstlers mitten in der Wüste übernachten wollen, es sei nicht weit und sehr ruhig. Er erklärte uns kurz den Weg und wir machten uns auf den Weg. Wir müssen uns beeilen in einer guten halben Stunde wird es dunkel. Ich hatte keine Lust nochmals die Luft abzulassen und außerdem sagte der Führer, sei alles ganz easy. Allrad eingeschaltet und los gings, nach zwei Kilometer die erste Tief Sand Passage, mit viel Drehzahl ging es gerade so. Zweihundert Meter weiter, eine Oued (Flussbett) Durchquerung mit starkem Böschungswinkel und tiefen Sand. Es Reicht, Rückwärts in der eigenen Spur zurück, gedreht und zurückgefahren. Wir waren für diesen Tag durch, wäre es Mittag gewesen, hätte ich die Luft abgelassen und wäre weitergefahren, aber so nicht. Zurück auf der Teerstraße war es bereits sehr dämmerig und wir fuhren noch bis zu einer Tankstelle, da habe ich gefragt, ob wir die Nacht stehen können und wir haben ein Ja bekommen. Mit Sicherheit nicht der schönste Ort zum Übernachten, aber das war uns in diesem Moment egal, wir wollten einfach nur noch stehen und bald ins Bett gehen.

Am Morgen haben wir uns dann aufgemacht Richtung Todra Schlucht. Dies Schlucht ist schon ein besonderes Naturphänomen und wir haben uns für das Durchfahren Zeit gelassen und haben einmal angehalten, um ein Stück des Weges zu Fuß zu gehen. Lasst einfach die Bilder ein wenig auf Euch wirken. Nach der Schlucht geht es noch einen Teil durch das Atlasgebirge. Wir haben in einem Ort namens Tamtetoucht bei einer kleinen Herberge gehalten und uns für die Nacht in den Hof gestellt. Ein sehr netter junger Mann, hat uns mit Tee und Gebäck begrüßt und wir haben uns für 19 Uhr zum Essen eingeladen, wir lassen uns mal überraschen.
Das Essen war sehr Gut und viel, es gab eine Tajine mit Hähnchen, Kartoffeln und Gemüse und eine riesige Schüssel mit Couscous, dazu noch eine Art Tomatensalat Brot, natürlich Tee und Obst aus dem Dorf zum Nachtisch. Wir saßen mit einem Teil der Familie am Tisch und sie haben erzählt wie das Leben in den Bergen so abläuft. Man wird schnell sehr zufrieden und weiß zu schätzen, wie gut es uns zu Hause geht. Die Nacht war sehr kalt und wir mussten uns gut einmummeln.

Am nächsten Morgen, wir haben schon den 1. Advent, machten wir uns auf den Weg. Ich habe gelesen, dass es eine Verbindungsstrecke, zwischen der Todra- und der Dardes Schlucht gibt. Früher wohl eine schwierige Offroadstrecke, seit zwei Jahren ist sie geteert worden und lässt sich gut fahren. Die Baronin tat sich sehr schwer, auf dieser höhe und mit dem schlechten Diesel Anzuspringen, aber nach ein paar Stotterer und schwarzen Wolken ging es dann los. Die Passstraße schlängelt sich auf 2639 Meter hoch, was wir da und später in der Dardes Schlucht an einem Naturschauspiel gesehen haben, macht einfach nur sprachlos. Wir haben ein paar Mal angehalten, um diese Natur und Bergwelt zu bewundern. Unser heutiges Ziel ist die Stadt Ouarzazate um Lebensmittel aufzustocken und auch die Stadt anzusehen. 

Wir sind auf den Campingplatz der Stadt gefahren, da die Möglichkeiten sonst begrenzt sind. Am nächsten Morgen sind wir dann in die Stadt gelaufen, es ist eine sehr junge Stadt und deshalb gibt es auch keine Medina. Besonders schön ist sie auch nicht, aber ein paar Sehenswürdigkeiten hat sie aufzuweisen, so sind hier schon mancher Kinostreifen gedreht worden, wie z.B. Asterix und Obelix bei Cleopatra. 
Am Nachmittag haben wir uns auf den Weg nach Zagora gemacht, es sind 178 KM und führt wieder durch ein Stück wunderbare Natur.

 

„Ich werde diesen Bericht als Zwischenbericht einfügen, da die Erlebnisse in den

letzten Tagen so viele waren, dass es sonst zum Wochenende zu viel wird“

 

# 10

Wir sind in Zagora und somit wieder in Wüstenregionen. Zagora ist bekannt durch die Rally Paris – Dakar und daraus resultierend viele Werkstätten. Denis hat uns hier eine Werkstatt empfohlen, wo wir unser kleines Problem mit dem ausgefallenen Tacho reparieren lassen wollen. Es steht auch die Überlegung an, unsere hinteren Blattfedern überarbeiten zu lassen und das Heck um 4 – 5 cm höher zu legen. Die Kosten dafür sind wesentlich geringer als in Deutschland. 
Wir fahren Morgen mal in die Werkstatt und lassen uns ein Angebot machen. Zagora selbst ist relativ unspektakulär, eine Stadt mit unterschiedlichen Eindrücken.  Wir haben uns auf einen Campingplatz gestellt mitten in der Stadt. Es gibt zwei Toiletten und zwei Duschen in einfacher Ausführung, aber mit heißem Wasser und der Wasserdruck ist auch ok. 

Der Werkstattbesuch endete damit, dass wir die Blattfedern überarbeiten lassen und ein zusätzliches Blatt zur Verstärkung eingearbeitet wird. Unsere Baronin hat auf jeder Seite zwei Sätze Blattfedern und das ist eine Menge Arbeit. Wir haben uns auf einen Preis von 800 € geeinigt. Da es so viel Arbeit ist, ist es ungewiss, ob das alles an einem Tag fertig wird. Wie in Afrika üblich, ticken die Uhren ein wenig anders. Wir haben den Tag in der Stadt totgeschlagen und als wir am Abend zurückkamen, gab es die Nachricht, dass der rechte hintere Stoßdämpfer kaputt ist. Abdul von der Werkstatt Sahara Zagora, will versuchen einen Stoßdämpfer zu besorgen. Wir sind auf jeden Fall gespannt, wie das ganze endet. Die heutige Nacht verbringen wir auf der Straße vor der Werkstatt.

Wie bereits gesagt, in Afrika läuft alles ein wenig anders. Wir Deutschen haben die Uhr und die Afrikaner die Zeit. Als ich immer mal wieder nachgefragt habe, hieß es, ich werde telefonieren, in zwei Stunden weiß ich Bescheid. Nach zwei Stunden, die Stoßdämpfer kommen noch heute und er will sie noch einbauen. Wir sind nochmals in die Stadt gelaufen und haben einen Bäcker gefunden, der vom Aussehen, Weihnachtsplätzchen verkaufte. Wir haben uns verschiedene mitgenommen und sind später wieder zurück zur Werkstatt. Die ganze Straße stand wieder voller Geländewagen mit spanischen Nummern. Die fahren Tagsüber durch die Wüste und lassen sich abends die Autos waschen und reparieren. Abdul sagte, wir bauen die Dämpfer noch ein, inzwischen war es schon 21:30 Uhr und wir gingen ins Wohnmobil, im Bewusstsein, noch eine Nacht auf der Straße zu verbringen. Am nächsten Morgen, waren natürlich keine Stoßdämpfer eingebaut.
Wir haben an der Werkstatt ein Paar aus Nürnberg kennengelernt, die alles Verkauft haben und im Expeditionsmobil leben. Es ist aber ein Expeditionsmobil in der oberen Preisklasse. Der LKW wurde mit dem Tieflader gebracht, da sie in der Wüste liegen geblieben sind und es weder vor noch zurück ging. Die erste Vermutung war, dass es ein Getriebeschaden ist, was sich aber nicht bestätigt hat. Mit den Beiden sind wir immer wieder ins Gespräch gekommen, bis unsere Baronin endlich fertig war. Da es schon früher Nachmittag war, wollten wir Heute nicht mehr weiter, sondern zurück auf den Campingplatz. Da kam Abdul und hat gesagt, Heute ist Freitag und am Freitag ist Couscous Tag. Seine Frau wird kochen und wir sind alle eingeladen. Es wäre unhöflich gewesen, einfach zu gehen. Er fuhr mit dem Auto los und sagte, in vier Minuten bin ich wieder da und dann gibt es Couscous. Aus den vier Minuten wurde eine Stunde. Als er kam wurde die Schüssel auf den Tisch gestellt und zum Essen gerufen. Wir bekamen alle einen Löffel, aber normalerweise wir mit den Händen gegessen.
Es wurde immer später und bevor es dunkel wurde, haben wir uns von allen verabschiedet und sind los zum Campingplatz.
Wir wollen uns nämlich am nächsten Tag aufmachen und nochmals eine Offroad Tour durch die Wüste „Erg Chegaga“ wagen. Zuerst mach wir noch unsere Baronin klar, aber dann wollen wir los.

Bis zur Oase Mhamid führt eine Teerstraße, im Ort haben wir noch ein paar Sachen eingekauft und haben uns dann außerhalb der Oase an den Pistenrand gestellt, um Luft abzulassen.
Kaum waren wir gestanden, kamen wie schon des Öfteren eine Schar Kinder zum Betteln. Wir haben dieses Mal den Luftdruck auf 4 Bar abgelassen und sind losgefahren. Schon nach kurzer Zeit wurde es immer sandiger und auch tiefer. Wir haben angehalten und den Luftdruck auf 2,8 Bar reduziert, man soll nicht glauben, wie sich das positiv im tiefen Sand auswirkt. Es war schon nach 16:00 Uhr und so haben wir nach ein paar Kilometern nach einem Stellplatz für die Nacht Ausschau gehalten. Wir haben einen schönen Platz hinter einem Sandhügel und einem Baum gefunden. Die Nacht war, wie man so sagt, totenstill. 

Am Morgen haben wir uns weiter auf den Weg, grobe Richtung nach Foum Zguid gemacht. Man muss das Navi überlisten und die Route als Fußgänger einstellen, damit eine grobe Richtung auf den Pisten erfolgt. Wenn man das erste mal so etwas macht, muss man gut aufpassen, denn es gibt nicht nur eine Piste, oft kreuzen sich Pisten oder es laufen drei bis vier parallel.
Es ist auch ein mulmiges Gefühl in den tiefen Sand zu fahren, das verhält sich ungefähr wir Schmierseife und man muss sehr konzentriert sein, weil es einen immer wieder in die tiefen Rinnen zieht. Ich muss aber unsere Baronin loben und ich bin auch Stolz, denn sie zieht das Souverän durch. Der überwiegende Teil der Wüste ist steinig und auch viel Wellblech, aber trotzdem macht es Spaß sie zu durchqueren.  Wir haben beschlossen noch eine Nacht in der Wüste zu bleiben bevor wir dann Morgen einen Campingplatz in Foum Zguid anfahren.
Wir durchqueren noch einen Teil des Lake Iriqui, ein trockener Salzsee, als linker Hand nochmals Dünen der Erg Chegaga auftauchen. Wir haben dann kurzerhand darauf zugesteuert und einen tollen Übernachtungsplatz in den Dünen gefunden. Trotz vieler Spuren im Sand, sind uns an den zwei Tagen, gerade mal drei Fahrzeuge begegnet.
Nun haben wir die ersten Erfahrungen im Offroad Bereich gesammelt und auch das Verhalten des Fahrzeugs in manchen Situationen besser im Gefühl.

Wir verlassen unseren wunderschönen Stellplatz und machen uns auf nach Foum Zguid. Die Piste ist abwechselnd Stein und Sand und die letzten 35 KM viel Wellblechpiste. Das ist sehr anstrengend und geht ganz schön aufs Material. Nachdem wir die Reifen wieder auf 6 Bar aufgefüllt haben, fahren wir auf einen Campingplatz. Dort wollen wir für zwei Tage bleiben, da ich mir eine starke Erkältung eingefangen habe.

Leider gab es dort keine Internetverbindung, so dass ich den Bericht mit etwas Verspätung einstelle. 

# 11

Bevor wir auf den Campingplatz in Foum Zguid gefahren sind, haben wir den Reifendruck wieder auf 6 Bar erhöht. Als wir dann am Campingplatz angekommen sind, haben wir uns gefreut, zwei bekannte Overlander die wir schon in Zagora kennengelernt haben, hier wieder zu treffen.
Martin aus der Schweiz und Norbert aus Soest, Beide auch schon etwas in die Jahre gekommen und Beide schon weit in der Welt herumgekommen.
Das Dorf Foum Zguid hat nicht allzu viel zu bieten, aber gemeinsam einen Kaffee zu trinken, das geht überall. Wir haben uns am Campingplatz ein wenig erholt und ein paar Tipps für die Weiterreise geholt.

Es geht weiter nach Tata, ein Zwischenstopp auf dem Weg zur Küste. Hier bleiben wir für eine Nacht und dann geht es weiter. Ein kleiner Spaziergang durch die Stadt, dabei haben wir einen Berberbäcker gefunden, der auf Steinen im offenen Ofen Brot backte. Wir haben zwei gekauft, die waren frisch aus den Steinen genommen. Nur eines hat den ganzen Rückweg überlebt, das andere haben wir unterwegs bereits gegessen. 

Am nächsten Morgen fahren wir weiter mit dem Ziel an die Küste zu fahren. Das erste Ziel ist aber ein großer marokkanischer Supermarkt in Guelmim, dafür sind ca. 280 KM zurückzulegen. 
Wir wollen Vorräte auffüllen für die nächsten Tage. Unterwegs an einer großen Tankstelle fragen wir nach, ob jemand unsere Baronin ein wenig mit dem Hochdruckreiniger abwaschen kann. Der Wüstensand sitzt in allen Fugen und Ritzen. Für 50 DH bekommen wir eine Wäsche und zumindest der gröbste Dreck ist beseitigt. Ein Stück weiter sehe ich eine Schlosserei und halte an, denn uns ist die Halterung von unserem Überfahrbrett gebrochen. Es sprach aber Leider niemand englisch, nur französisch und so wurde mit Händen und Füssen gestikuliert. Plötzlich verschwand der Chef und die anderen setzten sich in die Werkstatt, was nun? Plötzlich hörte ich den Muezzin zum Mittagsgebet rufen, dann wurde mir klar, wo alle sind. Uns dauerte es zu lange und wir fuhren weiter, es gibt mit Sicherheit irgendwand eine Lösung.
Gegen 15:00 Uhr kamen wir am Supermarkt an, er liegt etwas außerhalb der Stadt und als wir auf den Parkplatz fuhren, musste ich lachen, es scheint hier wohl ein Overlander Treffpunkt zu sein. Auch wir haben andere Overlander wieder getroffen, die wir irgendwo vorher in Marokko kennengelernt haben. Nach einem üppigen Einkauf haben wir uns auf dem Parkplatz mit den anderen verquatscht und haben dann den Entschluss gefasst, hier zu übernachten. Wir werden dann am Morgen weiterfahren.

Am Vormittag ging es dann weiter, als Ziel steht Tarfaya auf dem Navi, 348 KM. Die Landschaft ist flach, trocken und sandig, Wüste eben. Es wechselt sich auch nicht groß ab und dennoch, auch wenn es kaum Grün gibt, eine interessante Gegend. Tarfaya ist die Grenze zur Westsahara und liegt ungefähr auf der Höhe von den Kanarischen Inseln.
In der Westsahara wird der Treibstoff vom Staat subventioniert und das kann man nun schon an den Zapfsäulen sehen, der Liter Diesel kostet hier 85 Cent. Wir erreichen Tarfaya am Nachmittag und stellen uns an den Strand auf einen Parkplatz. Wir wollen uns erst noch ein wenig die Beine vertreten bevor wir das Abendessen kochen.
In der Stadt sehen wir einen kleinen Bäckerladen mit vielen tollen Sachen, Wir haben uns dann eine Tüte mit verschiedenen Teilchen gekauft. Ich Sage mal sieben Teilchen, dafür haben wir 6 DH bezahlt, was nicht einmal ganz 60 Cent entspricht, dazu zwei mittlere Baguette für 20 Cent.
Auf dem Rückweg gingen wir noch in ein Café, nur einmal fürs Verständnis, dort haben wir dann für zwei Milchkaffee und zwei 0,2 L Wasser, 2,40 € bezahlt.

Ich habe Gestern Abend unsere Visaanträge für Mauretanien im Internet beantragt und wir hoffen, dass die Visa in den nächsten drei bis vier Tagen kommen.
Es sind noch ca. 900 KM bis zur Grenze das wollen wir in drei Etappen fahren.

Wir fahren ca. 280 KM bis nach Boujdour, dort haben wir in Park4Night einen Campingplatz gefunden, den wir für eine Nacht anfahren wollen.
Das Wetter ist im Moment sehr wechselhaft und so hatten wir auf der Fahrt ein buntes Programm, von Regen, Sturm und Sonnenschein.
Wir sind bereits um 14:30 Uhr auf dem Campingplatz und wollten ursprünglich noch in die Stadt gehen, aber es stürmt und regnet immer wieder sehr heftig und so bleiben wir im LKW.

Am nächsten Morgen geht es weiter zu dem 350 KM entfernten Dakhla. Dakhla ist die letzte große Stadt vor der Grenze zu Mauretanien. Hier wollen wir noch die Schmutzwäsche waschen und einkaufen, denn in Mauretanien sind manche Dinge schwierig oder gar nicht zu bekommen.
Aber nochmals zurück, als wir aus Boujdour ausfahren, gibt es wie so oft einen Polizeiposten. Ein Polizist kam wild gestikulierend aus seinem Häuschen und Heike sagte, jetzt sind wir dran. Normalerweise winken einen 95% einfach durch, ich hielt an und der Polizist meinte „Guten Tag, wie geht es Ihnen“, er wollte einfach nur seine paar deutschen Wörter an den Mann bringen und dann ging es auf englisch weiter. Er hieß uns nochmals willkommen in Marokko und wünschte uns viel Glück und wir durften weiterfahren.

Die Westsahara ist wie eine große Steppe, manchmal taucht eine Düne auf, ansonsten gibt es viel Steinwüste. Die Strasse ist manchmal so weit das Auge reicht kerzengerade und mit viel Glück kommt alle halbe Stunde mal ein Auto entgegen.
Ca. 40 KM vor Dakhla gab es an einem Kreisverkehr eine Polizeikontrolle, es ist anzuraten am Halteschild anzuhalten. Zu meiner Verwunderung wurden wir Raus gewunken, ein Junger Polizist kam und sprach mich auf französisch an, ich fragte ihn ob er englisch spricht, aber das wurde verneint. Mit der Übersetzungsapp machte er mir klar, dass ich in der 60er Zone 72 KM schnell gefahren bin. Na ja, hier hat das Diskutieren wenig sinn und ich habe die 150 DH (15 €) Strafe bezahlt. Die Formalitäten dazu dauerten ca. eine halbe Stunde.

In Dakhla haben wir uns einen Stellplatz an einem Hotel ausgesucht, der Mitten in der Stadt liegt, damit wir alles erledigen können. Übrigens ist Dakhla so eine Art Halbinsel im Atlantik.

Unsere Visa für Mauretanien sind nach anfänglichen Schwierigkeiten eingetroffen und ich denke der nächste Bericht, wird bereits die ersten KM in Mauretanien beschreiben.

# 12

Heute ist noch einiges zu erledigen, bevor wir Morgen weiter wollen zur marokkanischen und mauretanischen Grenze.
Zuerst wollen wir am Morgen zu einer Wäscherei, um unsere Wäsche zu waschen. Laut Google Maps sollte sie in einer Seitenstraße sein, die Fußläufig 14 Minuten von unserem Parkplatz entfernt liegt. Dort fanden wir keine Wäscherei, ich habe dann in einer Apotheke nachgefragt und da gab es nur Kopfschütteln. Ein Stück weiter habe ich einen jungen Mann angesprochen und ihm ein Bild der Wäscherei gezeigt, darauf hin hat er uns den Weg gezeigt und wir wurden noch fündig. Allerdings können wir die Wäsche nicht selbst waschen, sondern haben die beiden Taschen abgegeben und können sie am Abend wieder abholen.
Auf dem Rückweg haben wir nach einem Copyshop gesucht, da wir noch unsere Visa für Mauretanien ausdrucken müssen. Ich habe die Dateien auf einen Stick gezogen und nach mehreren nachfragen, hat es dann bei einem Laden geklappt.
Der Einkauf ist ebenfalls erledigt und nun wollen wir am Nachmittag noch die „Fiche“ 10x Kopieren lassen, denn ich fürchte wir haben zu wenig dabei. Eine Fiche ist ein Dokument, in das man alle personen- und Fahrzeugdaten einträgt und das wollen die Posten bei der Kontrolle haben und man muss nicht warten, bis der Posten alle Daten in seinem Block notiert hat.
Wir werden es noch ausnützen und nochmals Essen gehen, um uns dann mental auf die 400 KM bis zur Grenze vorzubereiten.

Am Morgen klopfte es an die Tür und eine deutsche Frau, die uns am Vortag ansprach stand draußen. Es kam die Frage, ob sie bis KM 41 mitfahren könne, nun muss ich dazu sagen, dass die Frau anscheinend obdachlos in Marokko lebt und mit zerlumpten Kleidern, Rucksack und Zelt unterwegs ist. Ich habe ihr klar gemacht, dass wir niemanden mitnehmen können und fragte, ob denn kein Bus aus der Stadt fährt. Sie meinte höchstens ein Sammeltaxi, aber sie hat kein Geld. Ich gab ihr die 50 DH für das Taxi und sie ging.
Wir haben uns auf den Weg gemacht, um die 378 KM bis zur Grenze nach Mauretanien zurückzulegen. Beim Verlassen der Stadt, haben wir die Frau im Cafe beim Kaffeetrinken sitzen sehen, na ja was soll man sagen. 
Die 378 KM sind sehr eintönig und auf dem ganzen Weg sind uns vielleicht 30 Fahrzeuge entgegengekommen, die meisten LKW´s. 
Gegen 16:00 Uhr waren wir dann an der letzten Tankstelle auf marokkanischer Seite, wir haben unsere Baronin nochmals randvoll getankt, da erstens der Diesel in Mauretanien teurer ist und zweitens auf unserer Route, die nächsten 600 KM keine Tankstelle mehr kommt. Wir werden auch die Nacht an der Tankstelle verbringen, um frühmorgens den Grenzübertritt zu bewerkstelligen.

Grenzübertritt Marokko – Mauretanien

Wir sind schon in der Morgendämmerung aufgestanden und haben alles fertig gemacht, um an die marokkanische Grenze zu fahren. Es waren ja nur 500 Meter zurückzulegen und stellten uns in die Reihe. Die Schlange war überschaubar, etwas weiter vorne Stand ein Franzose mit einem kleinen spartanisch ausgebauten LKW. Er kam auf uns zu und winkte, wir sollen auf seine Spur fahren, was wir auch getan haben. So waren wir das zweite Fahrzeug in der Reihe. Es war 08:30 Uhr und die Tore der Grenze waren noch geschlossen. Kurz nach neun kam langsam Leben in die Sache und das erste Auto durfte einfahren, uns wurde auch gleich gewunken. Der Beamte wollte die Pässe und die Visa für Mauretanien sehen, ich denke mal ohne Visa lassen die einen erst gar nicht bis zur mauretanischen Grenze. 
Am Schalter aussteigen Papiere vorlegen, weiter zum Scanner, nach dem Scanner in die Reihe einreihen, dann zurück zum Scanner die Papiere holen. Anschließend Fahrzeugcheck auf Waffen, Drohnen und Alkohol. Man bekommt einen Zettel mit dem geht es dann ganz zurück zum Anfang, einen Stempel holen und zurück zum Fahrzeug, in die Reihe einreihen, wenn es dann mal weiter geht, die Papiere vorlegen und dann darf man Marokko verlassen. Dauer der Ausreise mit Wartezeit, zweieinhalb Stunden.
Dank an den netten Franzosen, der mich ein wenig im Schlepptau hatte, da es für ihn, anscheinend nicht das erste Mal war. Allerdings ging alles mit Händen und Füßen, da er kein englisch sprach und ich nur ganz wenig bis gar kein französisch.

Ich habe ja schon manches über die 4 KM Niemandsland zwischen Marokko und Mauretanien gelesen, aber so heftig habe ich mir das nicht vorgestellt. Maximalgeschwindigkeit 10 KM und viel gepolter.

Mauretanische Grenze, ich habe mich gleich wieder hinter den Franzosen gestellt. Beim Aussteigen gestikulierte er, dass der Alte Mann neben ihm ein Fixer (Grenzhelfer) sei und für 20 € die Papiere erledigt. Ich habe davon ebenfalls gelesen, dachte erst wir schaffen das alleine, bin im Nachhinein aber heilfroh, dass wir uns dem Grenzhelfer angeschlossen haben.
Noch chaotischer als in Marokko, von einem Büro ins andere. Fingerabdrücke, Foto, Foto vom Auto, ein unendliches Procedere.
Nach zwei Stunden, standen wir dann alle zusammen, der Grenzhelfer hat an alles Gedacht, er hat mir auch eine Versicherung für 30 Tage für unsere Baronin besorgt und hat zwei junge Männer heran gewunken, der eine hat Geld gewechselt, der andere hat eine SIM Karte verkauft.
Wenn ich mal alles zusammenrechne, stimmten die bezahlten Preise mit den vorher gelesenen Reisberichte überein. 
Visagebühr für uns Zwei 110 €, Passavant für die Baronin 10 €, Haftpflichtversicherung für 30 Tage  78 €, SIM Karte 20 € und zu guter Letzt unser Grenzhelfer 20 €. 
Wir verabschieden uns und machen uns auf den Weg, wir wollen an der Eisenerzzuglinie entlang durch die Sahara fahren. Nach ca. 60 KM Asphaltstraße, biegen wir ab in den Sand, was wir auf der kurzen Strecke gesehen haben, ist schon wieder eine andere Welt. Mauretanien zählt zu den ärmsten Ländern der Erde und das merkt man an jeder Ecke.
Wir wollen durch die Sahara, 400 KM Wüste entlang des Eisenerzzugs und hoffen, dass alles Gut geht. Zuerst lassen wir den Reifendruck ab auf 2,8 Bar und machen uns auf den Weg. Es geht ein ziemlicher Wind und die Piste ist nicht immer sofort erkennbar. Weicher Sand erfordert hohe Konzentration, kleine Gänge und hohe Drehzahl. Wir fahren noch 35 KM, dann reicht es für Heute, ich muss auch noch den Keilriemen spannen, der quietscht des Öfteren vor sich hin.
Wir sind Beide Platt und nach dem Essen kauern wir noch ein wenig rum, als plötzlich ein laut brummendes Geräusch ertönt, der Eisenerzzug fährt vorbei. Wir stehen zwar ca. 800 Meter entfernt, aber man kann die gigantische Länge sehen. Jetzt geht es ins Bett um Fit zu sein für den nächsten Tag.

Tag Zwei in der Sahara, wir fahren früh morgens los, denn wir wollen Heute 138 KM in der Wüste schaffen. Mal geht es an der Bahnlinie entlang, mal mit mehr Entfernung. Wir müssen öfters Anhalten, da wir sehr viel Wellblechpiste fahren müssen und unser Kleiderschrank das nicht verkraftet und aufgeht, was zur folge hat, dass alles, was darin auf dem Bügel henkt, auf dem Boden liegt. Wir haben die GPS-Daten von Martin erhalten und er hat auch seine Übernachtungsplätze darauf vermerkt. Den ersten haben wir genutzt, der zweite hat uns nicht gefallen und da es erst 15:00 Uhr war sind wir weitergefahren.
Plötzlich gab es keine Spur mehr, der Wind hat die Fahrspuren verweht. Man kann sich ja grob nach der Richtung des Navis halten, aber es kam erschwerend Weichsand und kleinere Dünen hinzu. Ich musste mir selbst eine Spur suchen und die Anstiege wurden immer steiler. Im dritten Gang bei Maximaler Drehzahl wühlte sich die Baronin von einer Düne zur anderen, ich bin sehr stolz auf unsere Baronin, es war zwar drei bis viermal sehr knapp das wir uns festfahren, aber wir haben es geschafft. Plötzlich tauchte in der Ferne ein Auto auf und als es näherkam, winkte der Fahrer zum Anhalten, es war ein Militärfahrzeug. Der Offizier sprach nur französisch und anscheinend sind wir in Militärgebiet an die Grenzlinie gelangt. Ich gab ihm eine Fiche und versuchte zu erklären, dass wir die Route nach Choum suchen, Er stieg ein und fuhr weiter und wir standen da. Wir fuhren weiter und ab und zu sah man die eine oder andere Spur, der Sand wurde immer tiefer und weicher, wir hatten echt Mühe durchzukommen. Plötzlich zwei große Bodenwellen, ich habe sie durch die Verwehungen nicht gesehen und es gab ein grässliches Geräusch. Bei nächster Gelegenheit habe ich angehalten, man kann im Weichsand nicht einfach stehen bleiben, da kommt man nicht mehr weg. Die Halterungen für den Gepäckträger sind gebrochen und der Gepäckträger war dabei abzurutschen. Ich bin aufs Dach geklettert und habe ihn in die richtige Position verbracht, soweit das ging. Mit dicken Spanngurten haben wir den Gepäckträger so befestigt, dass wir weiterfahren konnten. Wir brauchen noch zwei Tage durch die Wüste, aber ich hoffe, dass wir den Träger in Atar reparieren lassen können.
Für Heute reichts, es gibt nicht viel Möglichkeiten, so fahren wir einfach ein wenig ab von der Piste zu einem kleinen Baum und werden dort übernachten.

Am Morgen fahren wir weiter mit dem Ziel, den zweitgrößten Monolith der Erde zu besichtigen. Ben Amira ragt 633 Meter aus der Wüste und dahinter gibt es den kleineren Aisha. Der Weg ist wieder sehr mühsam und die Weichsandfelder sind ziemlich extrem. In Marokko, als wir im Erg Chegaga waren, sind die Dünenfelder nicht so groß als hier in Mauretanien. Manchmal waren wir kurz davor stecken zu bleiben, aber unsere Baronin hat sich immer wieder im letzten Moment durchgewühlt. Zweimal musste ich in meiner Spur rückwärts, um erneut Anlauf für die Düne zu nehmen. Wir sind Stolz auf unsere Baronin, auch wenn in solchen Fällen 50 PS mehr von großem Vorteil wären.
Im Dorf Ben Amira fahren wir über die Gleise auf die andere Seite, das Gleisbett ist einfach mit Sand gefüllt und festgestampft, aber es geht. Vom Dorf sind es ca. 4 KM zum Monolith Ben Amira, es ist schon gigantisch was da vor einem erscheint. Nach einer kleinen Fotopause fahren wir noch 3 KM weiter zum kleineren Monolithen Aisha. Dort suchen wir uns einen Stellplatz und laufen zu den Skulpturen. Vor einigen Jahren hatten europäische Bildhauer 30 Tage Zeit aus den herumliegenden Steinen Skulpturen zu hauen. Es sind über zwanzig Kunstobjekte, die hier in der Wüste liegen und für Mauretanien ist es eine Touristische Attraktion.
Eigentlich wollten wir am Monolithen übernachten, aber es war gerade mal Mittag und so haben wir uns entschlossen weiterzufahren. Im Stillen habe ich gehofft, dass auf den verbleibenden 80 KM bis Choum keine Weichsandfelder mehr kommen. Weit gefehlt, es wurde nochmals richtig heftig mit Dünen die zu überqueren waren und das nahm gefühlt kein Ende. Solch Felder erstrecken sich meistens über mehrere Kilometer. Ich musste die arme Baronin im dritten Gang bei voller Drehzahl halten, was in den Ohren weh tat.
Wir haben es geschafft und es kommt nun ein riesiges festes Sandfeld. Nach kurzer Beratschlagung haben wir uns entschlossen, nochmals in der Wüste zu übernachten. Auf der rechten Seite tauchten Bergketten auf, die aussehen, als hätte jemand Felsbrocken aufeinandergestapelt. Wir haben darauf zugesteuert und hinter einem Berg ein wenig verdeckt einen Übernachtungsplatz gefunden.

Es geht auf die letzten Kilometer in der Wüste, es sind ca. 10 KM bis nach Choum und damit auch Teerstraße. Wir halten etwas außerhalb an, um den Reifendruck wieder auf 6 Bar zu erhöhen. Kaum stehen wir, kommen auch schon die ersten Kinder und wollen „Stilo“. Ich habe noch aus altbeständen einige Kugelschreiber und Schlüsselanhänger mitgenommen, in weiser Voraussicht, dass Kinder zum Betteln kommen. Heike hat verteilt, ich habe Luft aufgepumpt, es dauerte nicht lange da kam schon der erste und hat sich beschwert, dass die Kugelschreiber nicht schreiben. Ich habe im deutlich gemacht, dass er vorne die Mine anhauchen muss, dann klappt das mit dem Schreiben, er hat es dann an den Schlappen seines Freundes ausprobiert, hat aber nicht geholfen. Bis alle vier Reifen aufgepumpt waren vergehen ca. 45 Minuten, in der Zeit kamen noch an die 15 Kinder.
Endlich wieder mal eine Teerstraße, Untersetzung raus und wir fahren Richtung Atar, es sind laut Navi 112 KM. Unterwegs spüren wir die Armut des Landes ganz deutlich, ich will gar nicht näher darauf eingehen, aber es ist schon erschreckend was man manchmal zu sehen bekommt. Gegen 14:00 Uhr erreichen wir Atar, die drittgrößte Stadt Mauretaniens. Das Bild, das sich vor uns auftut, ist ernüchternd, wir fahren zu dem Camp „Bab Sahara“ das bei den Overlander ein beliebter Treffpunkt ist. Wir fahren in die enge Einfahrt ein und sind etwas endtäuscht, wir sind die einzigen Gäste. Leonie, die das Camp seit dem Tod ihres Mannes betreibt, spricht sehr gut Deutsch, was schon mal eine Erleichterung ist. 
Wir wollen versuchen uns hier unseren Gepäckträger reparieren zu lassen und werden dann darüber nachdenken, ob wir Weihnachten hierbleiben, oder weiterfahren nach Nouakchott.

Wir wünschen schon mal allen frohen Weihnachten, viel Freude und Liebe
im Kreis der Lieben und vor allem auch im Gedenken an die Geburt Jesu.

 

# 13

Nun wer Afrika ein wenig kennt, weiß, dass die Menschen hier alle Zeit der Welt haben. Es zieht sich also mit der Reparatur des Gepäckträgers. Ein Mitarbeiter aus dem Camp soll das Material besorgen und dann wollen wir loslegen. Morgen schaue ich, war die Antwort, für uns Deutsche ist das nicht so ganz einfach, mit dieser Mentalität immer klarzukommen. Nach zwei Tagen haben wir es geschafft und der Dachträger ist so weit fest und stabil, dass wir es bis nach Hause schaffen müssten.

Wir beschließen einen Tag vor Heiligabend nach Chinguetti zu fahren, Chinguetti ist eine Wüstenstadt, deren Altstadt langsam im Sand der Wüste versinkt. Dort gibt es auch eine Bibliothek, mit alten Schriften und Büchern. Allerdings geht dort nur eine schlechte Wellblechpiste hin und zusätzlich muss der Ebnou Pass überquert werden. 
Wir machen uns am Morgen auf den Weg nach Chinguetti, die Piste ist echt der Horror und nagt schwer an Mensch und Maschine. Dazu kommt noch, dass es mehrere Baustellen gibt und die Umfahrungen einfache Stein- und Sandpisten sind mit großen Schlaglöchern. Dann kommt der Ebnou Pass, zur Überraschung ist der Pass geteert, aber mit sehr vielen Straßenabbrüchen und Schlaglöchern. Manchmal wird es eng und es gibt oft keine Randbefestigung, sondern es würde gleich in die Tiefe gehen. Wir haben es geschafft und kommen nach dreieinhalb Stunden, für 82 KM, in Chinguetti an.
Eigentlich wollen wir uns die Altstadt ansehen, anschließend in einem Camp übernachten und am Heiligabend zurückfahren nach Atar um im Camp Bab Sahara Weihnachten zu verbringen.
Die drei Camps die es dort gibt, hatten alle geschlossen, so haben wir unsere Baronin abgestellt und sind in die Altstadt gelaufen. Irgendwie waren wir Beide endtäuscht, wir hatten uns das ganze etwas anders vorgestellt. Die Bibliothek war ebenfalls geschlossen und so stapften wir im Sand durch die Gassen.
Zurück an der Baronin stand die Überlegung zurückzufahren Richtung Atar und unterwegs irgendwo zu übernachten. Das stellte sich aber als schwierig heraus, wir fahren durch sehr viel Steinwüste und da besteht die Gefahr, wenn man einfach hineinfährt, dass man sich die Reifen kaputtfährt. Zum anderen wären wir überall ungeschützt auf dem Präsentierteller gestanden, so fuhren wir zurück nach Atar. 10 KM vor Atar stand ein Pickup am Pistenrand und zwei Männer winkten ganz wild zum Anhalten. Das sind immer Situationen, wo man instinktiv entscheiden muss, bleib ich stehen oder fahr ich weiter. Ich blieb stehen und stieg aus, einer der Männer zeigte auf den hinteren Reifen der so gut wie Platt war und gestikulierte, dass er Luft benötigt. Ich habe dann den Luftschlauch aus dem Staufach geholt, angeschlossen und wir haben den Reifen aufgepumpt. Das Auto war sehenswert, keine Scheinwerfer bzw. Lichter generell, die Beifahrertür war festgebunden und auf der Ladefläche war eine Art Kies, total überladen. Da anscheinend das Ventil nicht mehr ganz dicht war, habe ich ihm noch eine Ventilkappe geschenkt und die Beiden haben sich dann zehnmal bedankt und wir fuhren Beide weiter.
Am späten Nachmittag kamen wir wieder im Camp an und alle haben sich verwundert, dass wir schon wieder da sind.

Ich muss noch ein paar Zeilen einfügen, wir haben hier im Camp Bab Sahara, einige ganz unterschiedliche Menschen kennenlernen dürfen und es ist für mich faszinierend, die Lebensgeschichten jedes einzelnen zu hören. Das reicht von Motorradtouren um die halbe Welt, verbunden mit den abenteuerlichsten Erlebnissen bis hin zu Paaren, die schon viele Jahre im LKW leben und ebenfalls viele Länder dieser Erde bereist haben. 
Für uns ist es trotz der Reiselust wichtig, ein Zuhause zu haben, das nicht auf vier Rädern steht.

Nun bleiben wir hier, die Wellblechpiste hat ihren Tribut gefordert und es gibt wieder ein paar Dinge an der Baronin zu reparieren. 

Am Heiligabend haben wir uns für das Abendessen eingetragen und haben mit den Motorradpaar Gerti und Christian und den Overlandern Elfi und Michael, beide Paare aus Bayern, den Weihnachtsabend verbracht. Es war ein schöner Abend, wir haben viel gelacht und es gab ein sehr leckeres Weihnachtsmenü zum Abendessen.
 

Am ersten Weihnachtstag haben wir uns aufgemacht Richtung Nuakschott, der Hauptstadt Mauretaniens, wir werden sie aber links liegen lassen und in den Nationalpark „du Bamc D`Arguin“ an den Ort Arkeiss fahren. Es soll dort ein wahres Vogelparadies geben. Da es bis Arkeiss ca. 550 KM sind, wollen wir zwischendrin irgendwo übernachten. Als wir loswollten, haben uns die Motorradfahrer Gerti und Christian gefragt, ob wir uns unterwegs treffen wollen, um gemeinsam einen Schlaf- bzw Stellplatz zu suchen, da wir uns mit den Beiden gut verstehen, haben wir gerne ja gesagt. Kurz vor Akjoujt haben wir aufeinander gewartet und sind dann ca. 30 KM nach Akjoujt einfach einen KM in die Steppe gefahren und bei ein paar Akazien haben wir dann unser Nachtlager aufgeschlagen. Die Beiden ihr Zelt, wir etwas komfortabler in der Baronin. Da die Beiden auch später nach Nouadhibou wollen, haben wir ausgemacht, dass wir uns in der Villa Maguela (Overlander Treff) zwischen den Jahren wieder Treffen.

Am Morgen haben wir ausgemacht, den größten Teil des Weges miteinander zu fahren. Christian braucht Benzin für seine alte BMW und Benzin ist in Mauretanien sehr schwierig zu bekommen. An jeder Tankstelle, die auf dem Weg liegt, wird nachgefragt, in den allermeisten Fällen ohne Erfolg. An einer Tankstelle hat der Tankwart einen 20 Liter Kanister mit Benzin, will aber 50 Euro dafür haben. Schlussendlich haben wir kurz vor Chami eine Tankstelle gefunden, die offiziell Benzin verkaufte. Wir haben uns verabschiedet und sind 20 KM weiter am Polizeiposten in die Wüste zum Nationalpark abgebogen. Allrad eingeschaltet und dann Richtung Atlantik. Ich wollte keine Luft ablassen und dachte, dass kriegen wir schon hin. Es gab immer wieder Weichsand zu durchqueren und da wurde es schon manchmal knapp. Nach 14 KM ein weiteres Weichsandfeld, diesmal ein Dünenausläufer und dann wars vorbei, festgefahren bis zu den Achsen im Sand vergraben. Es ging weder vor noch zurück, also aussteigen, Sandschaufel losmachen und buddeln, wie im Sandkasten. Wir waren so tief eingegraben, dass wir noch die Sandbleche abmontiert haben und unter die Hinterräder platziert haben. Erster Gang und mit viel Drehzahl und wühlen sind wir wieder freigekommen. Ich habe dann zu Heike gesagt, da wir noch 30 KM vor uns hatten, dass wir das lieber lassen und uns einen einigermaßen geschützten Übernachtungsplatz suchen, dass haben wir auch so gemacht.
Nun haben wir diese Erfahrung auch machen können und ich hätte nie gedacht, dass es die Sandbleche dermaßen beim Anfahren im Sand vergräbt, wir mussten nun die Sandbleche ausgraben. Beide Bleche hat es ganz schön verbogen und so habe ich sie hinter die Hinterräder gelegt und bin Rückwärts darübergefahren, um eine einigermaßen gerade Form zu erhalten.
Wir werden die Nacht hier in der Wüste verbrinden und Morgen auf die Hauptstraße zurückfahren, hoffentlich ohne Schaufeln, dann geht es weiter nach Nouadhibou zum Einkaufen. Langsam gehen die Vorräte aus.

Am Morgen sind wir zurück auf die Teerstraße gefahren und es ging die restlichen 220 KM nach Nouadhibou. Als wir die Stadt erreichen, ist der erste Gedanke einen Supermarkt zu finden um die Vorräte aufzustocken, vor allem an frischen Gemüsen und eventuell Fleisch, ist der Bedarf groß. Es ist eine Chaosstadt wie jede andere Großstadt in Afrika, die Autos, vor allem die Taxis fahren kreuz und quer ohne jegliche Rücksicht. Wir finden zwar so eine Art Supermarkt, doch die Produkte sind sehr eingeschränkt und so kaufen wir nur ein paar Fruchtsäfte und zwei Packungen Käse. Lt. Google Maps soll es einen großen Supermarkt am anderen Ende der Stadt geben, dort haben wir aber keinen gefunden. Es gibt auch viele Banken, so nach dem fünften Anlauf haben wir dann eine gefunden, wo auch der Geldautomat geht, wenigstens das ist erledigt. Wir fahren zum Camp Villa Maguela und finden dort einen tollen Stellplatz, direkt am Meer. Wir schauen mal wie sich die nächsten Tage entwickeln und wie lange wir hierbleiben. 

# 14

Wir stehen immer noch an der Villa Maguela in Nouadhibou und genießen das schöne Wetter und die Ruhe abseits der Stadt und den Menschen. Wir haben hier ein paar Bekannte wieder getroffen, die wir in Atar im Camp Bab Sahara kennengelernt haben.
Wir haben für uns beschlossen, dass wir Silvester noch hier bleiben und uns dann am Neujahrstag Richtung Grenze nach Marokko aufmachen.

Viktor, der Betreiber der Villa Maguela ist Holländer und lebt schon sechs Jahre hier in Mauretanien. Wir haben am ersten Tag als wir hier waren seine Kochkünste ausprobiert und es war auf jeden Fall ein Erlebnis. Es gab Spagetti mit einer Vegetarischen Tomatensauce und einen Topf voll mit Kamelhackfleisch. Die Nudeln musste man mit dem Messer aus dem Topf schneiden und Kamelfleisch schmeckt so ähnlich wie Rindfleisch. Na ja es war keine Delikatesse, aber man konnte es essen.

Am ersten Tag bin ich mit Viktor mit dem Auto noch einmal in die Stadt zum Einkaufen gefahren, allerdings war die Ausbeute nicht sehr groß. Das Gemüse wird aus Marokko importiert und ist deshalb nicht besonders frisch, Fleisch hängt wie überall offen am Hacken, voller Fliegen und macht wenig Appetit. Wenn man dann auch in den Städten und Dörfern sieht, dass die Ziegen und Schafe, auch die Rinder hauptsächlich Plastik fressen, ist Kamelfleisch noch eine Alternative. Man kann aber gerne mal eine Zeitlang auf Fleisch verzichten.

Wir werden die Ruhe am Meer noch ein wenig genießen und da es jeden Tag zwischen 24 und 28 Grad warm ist, auch noch ein wenig Sonne tanken. Wir haben gehört, dass es in Marokko wesentlich kälter ist, aber wir wollen wie bereits geschrieben, an Neujahr zurück nach Marokko.

Viktor hat sein altes Schlauchboot auf dem Trailer rausgeholt und einer der Overlander aus Holland hatte eine Akkupumpe von Makita dabei und ich war baff, wieviel Power aus dem kleinen Gerät kam und die Kammern des Bootes waren relativ schnell voll. Es hängt auch ein 75 PS Außenborder am Boot, also geht das Teil bestimmt gut vorwärts.
Viktor ließ das Boot mit dem Trailer zu Wasser und hat alle Gäste eingeladen, dass er sie auf eine Lagune bringt, wo es normalerweise Pelikane und Flamingos zu sehen gibt. Der Ansturm war so groß, dass er zweimal fahren musste. Nun, das Boot ist schon etwas in die Jahre gekommen und es läuft auch ein wenig Wasser ein, aber Viktor gab so viel Gas, dass wir in 10 Minuten auf der Lagune waren. Wirklich ein schöner Ort, allerdings durch das laute Motorgeräusch sind die Vögel ein gutes Stück weitergeflogen. Der Strand war ein Traum und ich habe mich ein wenig geärgert, dass ich keine Badehose dabeihatte, da das Wasser sehr sauber war und auch nicht besonders kalt. Das Ganze war eine willkommene Abwechslung.

Silvester 2025 haben wir unter Tag noch ein paar Dinge am Fahrzeug erledigt und haben uns für das gemeinsame Abendessen angemeldet. Ich lief durch das Camp und sah Rob, ein Engländer, der mit seiner Frau schon länger am Platz steht und auf ein Ersatzteil für seinen Unimog wartet.
Es tut mir gut ein paar Sätze mit ihm zu sprechen, dass bessert die Englischkenntnisse ein wenig auf. An diesem besonderen Abend kommen alle die im Camp stehen in den Speisesaal zum Essen. Es gibt Chili con carne mit und ohne Kamelfleisch, Reis und noch ein wenig klein geschnittenes Gemüse. Nicht alle bleiben bis Mitternacht, aber die noch da sind wünschen sich gegenseitig alles Gute fürs neue Jahr. Das Feuerwerk fällt aus, die Mauretanier kennen diesen Brauch nicht.

Es geht zurück nach Marokko!

Am Neujahrsmorgen geht es dann zur Verabschiedung und unser Nachbar, Michael, ein Witwer, der mit seinem Iveco unterwegs ist, frägt, ob wir gemeinsam nach Marokko zurückfahren. Gerne, es ist immer schöner in Gesellschaft zu Reisen. Außerdem weiß Michael einen großartigen Stellplatz ca. 100 KM hinter der Grenze, den wir für zwei bis drei Tage ansteuern wollen. 
Die mauretanische Grenze haben wir in 45 Minuten passiert, dank einem Grenzhelfer. Es gibt zick Gebäude und der Grenzhelfer weiß genau, wo er überall hinmuss. Diesmal, da der Aufwand geringer ist zahlen wir nur 10 € für die Hilfe. Es gibt unterschiedliche Meinungen, was die sogenannten Fixer (Grenzhelfer) anbelangt, die einen sagen das schafft man auch alleine, die anderen befürworten die Hilfe. Ich muss sagen, uns war es die 10 € wert, denn wir sprechen kein französisch und somit kann man sich auch nicht durchfragen.
Auf marokkanischer Seite sind wir auf uns gestellt und es dauert alles etwas länger. Nach zwei Stunden ist auch diese Grenze geschafft.

Wir fahren noch bis zur nächsten Stadt, dort kaufen wir noch ein wenig ein und fahren anschließend zum Stellplatz. Ein Traum von einem Stellplatz erwartet uns, direkt an einer Bucht.
Eigentlich wollten wir schon am nächsten Tag weiterfahren, da es uns aber hier so gut gefällt, haben wir uns dazu entschlossen noch zwei bis drei Tage hier zu bleiben.

Die Strandspaziergänge kann man hier sehr weit ausdehnen, allerdings ist es immer wieder für uns nicht nachvollziehbar, wie man solch wunderbare Orte und Landschaften derart vermüllen kann. Plastikmüll, soweit das Auge reicht, das geht so weit, dass man auch immer wieder leere Ölbehälter findet, wo wahrscheinlich auch ein Ölwechsel an irgendwelchen Motoren stattfand.
Es ist sehr schade, aber es ist uns bewusst, dass wir daran nichts ändern werden. Wir nehmen auf jeden Fall unseren Müll wieder mit bis zur nächsten Mülltonne.

Wir wollen Morgen weiter Richtung Boujdour, es sind aber 570 KM bis dorthin und wir werden unterwegs entscheiden, ob wir das Schaffen, oder noch einen Stopp einlegen.

# 15

Wir verlassen unseren wunderschönen Stellplatz am Atlantik und machen uns auf den Weg nach Dakhla. Wir wollen in Dakhla eine Nacht auf dem Hotelparkplatz stehen und vor allem unsere Schmutzwäsche in die Wäscherei geben. 
Am frühen Nachmittag sind wir bereits kurz vor Dakhla, an einer Shell Tankstelle wollen wir unsere Baronin vom Wüstenstaub befreien lassen und fahren in die Waschhalle. Nach zähen Verhandlungen ist man bereit den LKW für 10 € zu waschen. Es ist besser als nichts, aber richtig sauber wird er nicht, es ist eher eine oberflächliche Reinigung. Was natürlich erfreulich war, dass der Dieselpreis in der Westsahara nochmals gesunken ist und wir tanken unsere Baronin für 78 Cent pro Liter bis obenhin voll.

Wir fahren direkt zur Wäscherei und geben unsere Wäsche ab, um 20:00 Uhr können wir sie wieder abholen. Es geht zum Stellplatz und zu unserer Freude ist alles frei. Wir laufen noch ein wenig durch die Stadt, trinken Kaffee und gehen am Abend noch Burgeressen. Um 20:00 Uhr wollen wir die Wäsche abholen, aber sie ist noch nicht fertig. Der Junge Mann entschuldigt sich und meint es dauert noch eine gute halbe Stunde. Mit dem Übersetzer auf arabisch frage ich Ihn, ob wir die Wäsche auch am nächsten Morgen abholen können, und er freut sich, dass das kein Problem ist.
So können wir auf der weiterfahrt nach Boujdour die Wäsche abholen und gleich weiterfahren.

Wir verlassen unseren wunderschönen Stellplatz am Atlantik und machen uns auf den Weg nach Dakhla. Wir wollen in Dakhla eine Nacht auf dem Hotelparkplatz stehen und vor allem unsere Schmutzwäsche in die Wäscherei geben. 
Am frühen Nachmittag sind wir bereits kurz vor Dakhla, an einer Shell Tankstelle wollen wir unsere Baronin vom Wüstenstaug befreien lassen und fahren in die Waschhalle. Nach zähen Verhandlungen ist man bereit den LKW für 10 € zu waschen. Es ist besser als nichts, aber richtig Sauber wird er nicht, es ist eher eine oberflächliche Reinigung. Was natürlich erfreulich war, dass der Dieselpreis in der Westsahara nochmals gesunken ist und wir tanken unsere Baronin für 78 Cent pro Liter bis obenhin voll.

Wir fahren direkt zur Wäscherei und geben unsere Wäsche ab, um 20:00 Uhr können wir sie wieder abholen. Es geht zum Stellplatz und zu unserer Freude ist alles frei. Wir laufen noch ein wenig durch die Stadt, trinken Kaffee und gehen am Abend noch Burgeressen. Um 20:00 Uhr wollen wir die Wäsche abholen, aber sie ist noch nicht fertig. Der Junge Mann entschuldigt sich und meint es dauert noch eine gute halbe Stunde. Mit dem Übersetzer auf arabisch frage ich Ihn, ob wir die Wäsche auch am nächsten Morgen abholen können und er freut sich, dass das kein Problem ist.
So können wir auf der weiterfahrt nach Boujdour die Wäsche abholen und gleich weiterfahren.

Ca. 25 KM vor Boujdour sehen wir unterhalb der Klippen zwei Allradwohnmobile am Strand stehen und Fragen uns wie die da hinkamen. Kurze Zeit später geht eine Piste von der Hauptstraße ab und wir biegen ab und folgen der Piste. Tatsächlich führt sie hinunter zum Strand und wir finden wieder einen herrlichen Ort zum Übernachten, direkt am Meer. 
Heike räumt die frisch gewaschene Wäsche aus der Wäscherei auf und ich ziehe den Blaumann an hole die Fettpresse aus der Kiste und schmiere den LKW soweit es geht ab. Anschließend wird noch das Kühlwasser und der Ölstand kontrolliert und dann wird alles wieder aufgeräumt.
Bevor wir aufräumen, sammeln wir noch einen Sack voll Müll rings um unser Auto.
Wir machen noch einen kleinen Strandspaziergang und wie überall, ärgern wir uns ein wenig über den Müll, der am ganzen Strand verstreut liegt. Wir bleiben nur eine Nacht und wollen Morgen weiter.

Diesmal wollen wir der Hauptroute folgen und in Laayoune, der größten Stadt in der Westsahara, auf einer Nebenstraße nach Tan Tan fahren. Als wir Laayoune erreichen, tanken wir an einer Shell Tankstelle nochmals voll und bezahlen dort den niedrigsten Preis pro Liter auf der ganzen Reise, nämlich 73 Cent.
Die Nebenstraße ist nicht im besten Zustand, aber lässt sich gut fahren. Ein wenig verwundert sind wir allerdings, dass es so gut wie keinen Verkehr gibt. Nach ca. 50 KM ist auf einmal die Straße von einer fast 5 Meter hohen Sanddüne versperrt. Wir umfahren die Düne und es geht ein paar KM weiter, dann sind es schon zwei Sanddünen und die Umfahrung wir immer schwieriger. Noch ein paar KM dann kommt ein ganzes Dünenfeld und es lässt sich gar nicht mehr erkennen, wo die Straße überhaupt weitergeht. Da wir noch ca. 100 KM auf dieser Nebenstraße zurücklegen müssen, entschließen wir uns umzukehren und zurück auf die Hauptroute zu fahren, da wir nicht wissen, was uns sonst noch erwartet.
Zurück auf der Hauptroute fahren wir nach Tarfaya wo wir bereits bei der runterfahrt nach Mauretanien übernachtet haben. Es geht schon den ganzen Tag ein heftiger Sturm und es gibt auch auf der Hauptroute immer wieder Sandverwehungen auf der Straße. 

Es geht weiter nach Guelmim, dort gibt es den großen marokkanischen Supermarkt, bei dem wir einkaufen wollen. Anschließend wollen wir noch an die Küste in das Dorf Sidi Ifni fahren. Da das insgesamt über 400 KM sind, müssen wir uns ranhalten. 
Es klappt wie geplant und nach dem Einkauf erreichen wir gegen 17:30 Uhr Sidi Ifni, dort geht es auf einen Campingplatz, den wir im Vorfeld bereits in Park4Night ausgesucht haben. Als der Platzwart uns die wenigen freien Plätze zeigt, sehe ich plötzlich Martin und Norbert vor Martins Steyer sitzen. Wir begrüßen uns kurz und wollen später, nachdem wir einen Platz gefunden haben noch ein wenig quatschen. 
Es ist Wahnsinn, wie viele Wohnmobile an der Küstenregion stehen um dort zu Überwintern, vor allem Franzosen, gefolgt von Engländern auber auch vielen Deutschen.
Nach einigen Fahrtagen wollen wir in Sidi Ifni mal drei Tage bleiben und zur Ruhe kommen. Wir wollen die Zeit auch nützen unsere Baronin weitgehendst vom vielen Sahara Sand zu befreien und ein wenig alles sauber zu machen.

Nach drei entspannten Tagen fahren wir weiter nach Tafraout, wir wollen das schöne Wetter noch ausnützen, denn es soll wieder ein wenig schlechter werden und kühler.
Tafraout liegt im mittleren Atlasgebirge auf 1000 Meter höhe und laut Wetterbericht soll es dort noch zwischen 16 und 19 Grad die nächsten Tage haben. Die fahrt dorthin führt durch eine gigantische Berglandschaft und es sind auch einige Höhenmeter zu überwinden. Für unsere Baronin kein Problem, auch wenn es manchmal im dritten Gang mit 30 Sachen langsam nach oben geht.
Es gibt in Tafraout einen freien Stellplatz der Stadt und als wir dort ankamen, waren wir erstaunt wie groß dieser Platz ist, es sind mehrere tausend Quadratmeter und die ca. 30 – 40 Wohnmobile verlieren sich auf dem Platz. Wir finden ein sehr schönes Eckchen und setzen uns den Rest des Tages in die Sonne. Der Platzwart kommt jeden Tag vorbei und kassiert 15 DH (1,50 €) Standgebühr. 
Morgen wollen wir unsere Wanderschuhe auspacken und eine kleine Bergwanderung durch die faszinierende Bergwelt machen. 

# 16

Nach dem Frühstück machen wir uns auf und wandern von unserem Stellplatz Richtung Bergmassiven. Es ist faszinierend wie diese Steinformationen aufeinander liegen und man meint der eine oder andere Felsen müsste gleich runterpurzeln.
In der Ferne entdecken wir alte Bauten und wir wollen uns das näher ansehen. Es ist ein altes Berberdorf und die Ruinen hätten mit Sicherheit einiges zu erzählen. Es gibt auch ein kleines Museum, wo gezeigt wird, wie die Berberfamilien früher gelebt haben, es ist aber leider geschlossen.
Wir laufen Richtung Tafraout und wollen uns die Stadt noch ein wenig ansehen. Es gibt eine Art Markt und da Tafraout inzwischen auch sehr touristisch geworden ist, auch sehr viele Souvenir-läden. Wir wollen noch einen Tag auf unserem schönen Stellplatz bleiben und dann werden wir die Stadt nochmals ausführlicher erkunden.
Zurück am Stellplatz, genießen wir noch die Nachmittagssonne und lassen den Tag ausklingen.

Wir verbringen noch einen Tag auf unserem schönen Stellplatz in Tafraout und machen noch einen kleinen Stadtbummel. Wir haben uns diesmal getraut, zwei große Rinderkottelet beim Metzger zu kaufen, da das Fleisch in der Kühltheke lag. Die haben wir dann am Abend auf den Grill gelegt und uns auf ein gutes Stück Fleisch gefreut.
Den Rest des Tages genießen wir nochmals die Nachmittagssonne vor unserer Baronin.

Es ging gut und wir machen uns am Morgen auf den Weg nach Taroudannt auch bekannt als klein Marrakesch, weil es dort auch eine historische Stadtmauer gibt und eine Medina mit einem tollen Souk (traditioneller arabischer Markt) gibt. Da es nur ca. 100 KM Fahrtweg sind, waren wir schon mittags da und konnten die Stadt mit ihrer Medina besichtigen. Wir haben uns auch eine Kutschfahrt gegönnt, bei der wir sehr viel von der alten Stadtmauer sehen konnten. Anschließend sind wir noch durch den Souk geschlendert und haben auch noch ein paar Dinge gekauft. Am Abend wollen wir noch Essen gehen, denn wir wollen am nächsten Tag nach Marrakesch. 

Als wir Norbert und Martin in Zagora kennengelernt haben, sprachen wir da schon davon, dass wir uns Mitte Januar eventuell in Marrakesch noch einmal treffen.
Eigentlich wollten wir über das Atlasgebirge nach Marrakesch fahren, aber die Gipfel sind weiß und es konnte uns niemand Auskunft darüber geben, ob der Titz n Test Pass mit seinen knapp 2100 Metern offen ist. Da uns das Risiko zu groß war, sind wir eine andere Route gefahren die wesentlich flacher ist.
Die Fahrt zum Campingplatz, den uns Martin genannt hat, war ziemlich nervenaufreibend, da wir einige Kilometer durch Marrakesch hindurchmussten und der Verkehr ziemlich heftig war.
Am Campingplatz angekommen wurden wir schon von den Beiden begrüßt und wir saßen noch ein wenig mit noch weiteren Overlandern zusammen.
Wir wollen auf jeden Fall nach Marrakesch in die Medina und da das Wetter schlechter werden soll, beschließen wir ein paar Tage hier zu bleiben.

Am Campingplatz gibt es die Möglichkeit mit dem Taxi für 100 DH (10 €) in die Medina nach Marrakesch zu fahren. Wir haben uns für 11:00 Uhr in die Liste eingetragen und wie es der Zufall will treffen wir am Morgen auf alte Bekannte aus München, die wir vorher schon zweimal mit ihrem LKW unterwegs getroffen haben. Wir teilen uns ein Taxi und schon kostet es nur noch die Hälfte. Die Medina ist sehr groß und man kann sich schnell in den Gassen verlaufen, aber dank Google Maps findet man auch wieder heraus. Wir stellen fest, dass in Marrakesch die Preise wesentlich höher sind als im übrigen Land. Auf dem großen Platz vor der Medina gibt es jede Menge Gaugler, Schlangenbeschwörer und viel Verkaufsstände. Der Souk ist teilweise überdacht und ist riesig. Wir haben im Souk relativ wenig fotografiert, da man ständig am Aufpassen ist, dass man nicht von Moped- und Fahrradfahrern überfahren wird, es ist heftig was da für ein Gewimmel an Menschen ist und wie es da auf und zugeht.
Wir wollen noch zwei Tage hier in Marrakesch bleiben und werden dann wieder Richtung Küste fahren.

# 17

Wir erleben den ersten Regentag in Marokko, an dem es durchgehend geregnet hat. Viele verlassen den Campingplatz und hoffen an der Küste ein besseres Wetter vorzufinden. Wir bleiben und machen uns mit Lesen und Spielen einen gemütlichen Tag in unserer Baronin.
In einem halbwegs trockenen Moment, habe ich eine Naht am Wohnkoffer mit Panzerband abgeklebt, die Naht ist schon vor einiger Zeit leicht aufgegangen. Zuhause will ich das dann vernünftig reparieren. Beim Herabsteigen von dem Tritthocker rutschte ich mit meinen Gummipantoffeln im Matsch aus und habe mich voll in eine Pfütze gelegt. Klasse, Jacke, Hose, T-Shirt und Socken Patschnass, wir haben alles zusammengepackt und zum Waschen gegeben.
Ich durfte dann auch unter die warme Dusche und so gab es, Wetterbedingt einen Spieleabend.

Eigentlich sollte es am nächsten Tag wieder besser werden, aber die Sonne tat sich schwer durch die Wolkendecke zu kommen. Wir haben den Tag am Campingplatz verbracht und uns den nächsten Stellplatz ausgesucht. Wir werden Morgen weiter fahren Richtung Atlantik. Es gibt in Park4Night mehrere Möglichkeiten, wir werden ein zwei Plätze anfahren und wenn das alles nicht passt, werden wir auf einen Campingplatz fahren. Im Norden von Marokko wird es inzwischen genauso wie in Spanien und Portugal immer schwieriger frei zu stehen.

Essaouira war ursprünglich das Ziel, da es dort eine schöne Medina geben soll. Es wurde uns aber gesagt, dass man in Essaouira mit dem Wohnmobil fast nirgends mehr stehen kann und über Nacht so gut wie gar Nicht. Deshalb fahren wir ca. 25 KM unterhalb von Essaouira in die Nähe von Sidi Kaouki direkt auf einem Offroadweg an die Küste und dort bleiben wir erst mal.
Mit uns stehen hier noch fünf weitere Camper, es ist ein sehr schöner Platz.
Auf dem Weg hierher haben wir an einer großen Tankstelle gehalten und ich habe dort einen Ölwechsel machen lassen. 15 Liter Öl mit wechseln, einen Ölfilter hatte ich dabei, Luftfilter reinigen und mit frischem Öl befüllen (da war jede Menge Sahara Schlamm am Boden) und anschließend das ganze Auto abschmieren für 125 €. Es geht vielleicht irgendwo in der Pampa noch billiger, aber ich habe dem Mechaniker auf die Finger geschaut und er hat sehr gewissenhaft und sauber gearbeitet. Ich glaube das hat unserer Baronin sehr gutgetan.

Am späten Vormittag sind wir eine Runde gelaufen und haben uns auch das kleine Dorf Sidi Kaouki angesehen. Es gibt Hauptsächlich Surfschulen Quad Verleih und am Strand haben wir Pferde und Dromedare gesehen, die ebenfalls für einen Ausflug zu mieten waren, allerdings mit Führer. Am Nachmittag haben wir es uns vor unserer Baronin gemütlich gemacht und ein wenig gelesen und bevor man sich versieht, ist der Tag schon wieder vorüber.

Da uns der Stellplatz so gut gefällt, fahren wir am Morgen nach Essaouira mit der Absicht am Nachmittag wieder zurück an unseren schönen Stellplatz zu fahren.
Zuerst fahren wir in den Carrfour Supermarkt, um noch ein wenig einzukaufen, anschließend finden wir einen Parkplatz direkt am Strand, von dem wir in die Stadt laufen. Der Weg führt uns direkt in die Medina und den damit verbundenen Souk. Der Souk ist sehr groß und auch sehr abwechslungsreich. Essaouira ist auch die Stadt der Künstler und so gibt es sehr viele Ateliers und auch Ausstellungen. Wir laufen auch zum Hafen, dort gibt es einen Fischmarkt, der alles an Meerestieren anbietet, was man sich nur Denken kann. Es war eine gute Idee hierherzufahren und sich die Stadt anzusehen. Am Nachmittag fahren wir zurück zu unserem Stellplatz und werden noch eine Nacht dort verbringen.

Am Morgen schauten wir erst einmal in Park4Night wo es etwas südlicher noch schöne Stellplätze direkt am Meer gibt. Es ist sehr schwer, schöne Plätze in Nordmarokko zu finden, wo man auch übernachten kann. Wir finden einen ca. 30 KM südlich von Sidi Kaouki und machen uns auf den Weg. Die Landschaft wechselt in sehr viel Grün und schließlich erreichen wir nach einer steilen Abfahrt unser Ziel Plage d´Iftane, eine Bucht mit herrlichem Sandstrand und einem kleinen Fischerdorf. Die Straße ist eine Sackgasse, hier geht es nicht mehr weiter. Wir laufen ein wenig am Strand entlang, sind uns aber einig, dass wir hier nicht über Nacht bleiben wollen, denn das Dorf ist uns nicht ganz geheuer. Wir fahren nochmals ca. 30 KM weiter in ein Fischerdorf namens Tefedna, dort gibt es einen Parkplatz, wo auch Wohnmobile stehen und vor allem Übernachten dürfen. Tafedna ist ein kleines Fischerdorf, die Boote liegen an der Durchfahrtsstraße und es gibt zwei drei kleine Cafés und Restaurants. Wir laufen ein wenig durch das Dorf und gehen in eines der Cafés, um einen Kaffee zu trinken. Der Besitzer kam direkt mit einem Teller auf dem zwei frische Fische lagen. Wir haben erst einmal verneint und nur Kaffee bestellt. Nach einer Zeit als sich das kleine Lokal immer mehr füllte, habe ich doch einen Fisch bestellt und da Heike nicht so gerne Fisch isst, gab es nur Omelett als alternative. Der Fisch wurde draußen vor dem Lokal auf dem Grill zubereitet, er hat gut geschmeckt und man hat gemerkt das er nicht aus der Gefriertruhe kam. Auf dem Rückweg zur Baronin haben wir einen kleinen Imbiss entdeckt und ein junger Mann hat uns zum Nachtisch zwei Crep mit Nutella serviert, nun kann der Tag ausklingen.

Es geht weiter, wir fahren an der Küste entlang Richtung Norden. Wir wollen unterwegs entscheiden ob wir bis Oualidia fahren, das ist uns empfohlen worden, oder ob wir unterwegs nochmals einen Stellplatz finden. Die Nebenstraßen direkt an der Küste, sind teilweise noch in einem schlechten Zustand und die Landschaft hier im Norden gefällt uns zumindest Momentan nicht so gut wie der Süden.
Wir fahren die ca. 250 KM durch und sind am Nachmittag in Oualidia, dort gibt es unweit der Bucht einen Stellplatz für Wohnmobile. Es gibt mit Sicherheit schönere Plätze, hie reihen sich die Wohnmobile dicht an dicht ein. Es ist hier alles sehr touristisch, jede Menge Stände mit Austern und Fisch und die Händler kommen mit allen möglichen Sachen direkt ans Wohnmobil und wollen ihre Ware verkaufen.
Die Bucht ist sehr schön und wir werden auf jeden Fall zwei bis drei Tage bleiben und uns das ganze in Ruhe ansehen. 

# 18

Eigentlich wollten wir länger in Oualidia bleiben, aber der Stellplatz gefällt uns überhaupt nicht. Hier werden die Wohnmobile aneinander gequetscht, dass es zum Nebenmann ca. 70 – 90 cm sind und das ist nichts für uns. Da es wahrscheinlich an der ganzen Küste so aussieht und das Wetter auch sehr durchwachsen ist, haben wir uns dazu entschlossen wieder etwas in den Süden zu fahren. 

Wir haben bei Denis und Kati nachgefragt, wo sie denn sind und ob dort das Wetter stabil ist. Die Beiden sind im Landesinneren und wollen in den nächsten Tagen nochmals nach Zagora. Kurzentschlossen fahren wir auch in diese Richtung, da es ca. 800 KM nach Zagora sind und wir Wetterbedingt nicht über den hohen Atlas können, fahren wir als erste Etappe nochmals an den Banana Beach bei Agadir und wollen diesmal, einmal an dem Hotspot übernachten. Da der Tag schon fortgeschritten ist, fahren wir einen Teil der Strecke auf der Autobahn. Die Maut hält sich in Grenzen, wir bezahlen für ca. 160 KM 9 €. Wenn wir schon nach Agadir fahren, machen wir noch einen kurzen Stopp am Carrfour Markt zum Einkaufen.
Als wir am Banana Beach ankommen und den sogenannten Hotspot sehen, schauen wir uns an und beschließen an den Stellplatz zu fahren, wo wir vor ein paar Wochen waren. Der Hotspot ist überfüllt mit Wohnmobilen und schön ist etwas anderes, als wir dann zu dem uns bekannten Stellplatz fahren, trauen wir unseren Augen nicht, alles voller Wohnmobile und viel Trubel. Als wir das erste Mal da waren, standen wir da zu dritt, jetzt sind es bestimmt 50, für eine Nacht wird es gehen.

Am Morgen brechen wir auf mit dem Ziel Tata, Mitten in Marokko. Unterwegs lassen wir noch unsere Baronin waschen, denn die Schlammpisten, die wir teilweise an der Küste hatten, haben ganz schöne Spuren hinterlassen. So ist unser LKW noch nicht gewaschen worden, zuerst mit dem Hochdruckschlauch den gröbsten Dreck weg, dann mit Schwamm und Schampon rings ums Auto, anschließend nochmals abspritzen mit dem Hochdruckschlauch. Ich war so begeistert, dass ich den doppelten Preis bezahlt habe wie vereinbart, der Doppelte Preis waren dann umgerechnet 10 €. Als wir weiterfuhren, wurde es immer bergiger und die Landschaft immer schöner. Wir waren ein wenig verwundert, dass die Schilder an der Straße immer 25 KM mehr anzeigten nach Tata als unser Navi. Nach kurzer Zeit wussten wir warum, es ging auf eine kleine Nebenstraße, wahrscheinlich die Abkürzung. Die Straße wurde immer schmäler, die Berge höher und die Landschaft immer gigantischer. Die Pässe waren teilweise schon eine Herausforderung, keine Randbefestigung, sehr schmal für nur ein Fahrzeug und der Abgrund sehr tief. Die Natur hat aber alles entschädigt, es war einfach nur traumhaft was wir da zu sehen bekamen, leider kommt das auf den Bildern gar nicht so richtig rüber.
Am späten Nachmittag treffen wir dann in Tata ein und fahren auf den Stellplatz. Den Abend verbringen wir noch mit Kati und Denis und es tut gut, auch mal wieder mit Leuten zu quatschen.

Am nächsten Morgen sind Reparaturarbeiten angesagt, als wir am Vortag beim Tanken waren, habe ich meine Scheibe runtergekurbelt und gefragt, ob Kartenzahlung möglich ist und als ich die Scheibe wieder hochkurbeln wollte, ging sie nur noch bis zur hälfte zu. Ich konnte machen was ich wollte, sie wollte nicht zugehen. Ich hatte ein wenig Sorge die Türverkleidung abzubauen, dass sah alles sehr kompliziert aus, aber man lernt ja ständig dazu. Denis kam noch zur Hilfe und zu zweit haben wir es dann doch geschafft. An der Führungsschiene der Scheibe hat sich eine Schraube gelöst und die Schiene hat sich nach unten verkeilt, so war es nicht mehr möglich die Scheibe ganz hochzukurbeln. Der Schaden ließ sich schnell beheben und so habe ich die Verkleidung mit allen Utensilien wieder montiert, die Scheibe funktioniert wieder.
Am Nachmittag sind wir noch ein wenig durch Tata gelaufen und am Abend macht Heike Apfelpfannkuchen, da freue ich mich schon richtig darauf.

Wir kommen erst am Nachmittag los und wollen auch nicht nach Zagora durchfahren, sondern irgendwo zwischendrin in der Wüste übernachten.
Wir haben am späten Nachmittag einen wunderschönen Stellplatz in der Wüste Eingang Erg Chegaga gefunden und sind von der Natur einfach wieder fasziniert.
Es gefällt uns so gut, dass wir noch einen weiteren Tag hier verbringen wollen, die Ruhe und die Natur tun einfach nur gut.
Am Nachmittag taucht noch ein LKW am Horizont auf und es stellt sich heraus, dass das Stefan und seine Frau Hildrut sind, sie gesellen sich zu uns und wir verbringen einen tollen Abend mit Lagerfeuer zusammen. 

Am nächsten Morgen brechen wir auf nach Zagora auf denselben Campingplatz, wo wir schon mal waren. Zuvor wird aber noch an der Garage Zagora Sahara vorbeigefahren und Abdul der Besitzer begrüßt uns ganz herzlich.
Wahrscheinlich bleiben wir ein paar Tage in Zagora, ich will noch ein paar Reparaturen am LKW durchführen lassen.  
Als wir am Nachmittag nochmals an die Garage laufen, steht da auch sehr viel „Prominenz“ aus dem Overlander und Youtube Bereich, wie die Pistenkuh und auch TK Vanlife und noch andere.

Erg Chegaga

Fahrt zum Übernachtungsplatz mit Kati und Denis

# 19

Wir sind immer noch in Zagora und so wie es aussieht werden wir auch noch ein paar Tage hierbleiben. Hier am Rande der Wüste ist das Wetter beständiger und es sind für die nächsten Tage Sonne und 25 -28 Grad angesagt.
Der ursprüngliche Plan war es Mitte Februar nach Spanien überzusetzen, aber da es in Spanien und auch in Portugal schwere Unwetter hat und auch teilweise Überschwemmungen, bleiben wir noch in Marokko. Wenn es dann nicht anders geht, werden wir dann Anfang März übersetzen und zügig durch Spanien und Frankreich nach Hause fahren.

Zagora ist eine Stadt, wo alle die Richtung Sahara fahren, vorbeikommen und viele lassen dann in den zahlreichen Garagen ihre Autos reparieren. Das Ganze wurde so bekannt durch die Rally Paris – Dakar und auch Heute gibt es noch alle möglichen Rallys die Zagora durchqueren. Wir haben auf der Fahrt hierhin auch eine ganze Menge Rally Fahrzeuge gesehen.

Ich möchte auch noch ein paar kleine Schäden am LKW reparieren lassen und wenn der Preis stimmt, werden wir unseren Dachträger vernünftig befestigen lassen.
Abdul von der Garage Zagora Sahara will mit einem Schweißer vorbeikommen, der sich das ganze einmal ansieht.

Wir werden noch ein paar Tage bleiben, da das Angebot zwar kein Schnäppchen ist, aber wir werden für unseren Dachträger vernünftige Halterungen mit Querstreben und für unser Montagebrett eine Halterung schweißen lassen. Das Ganze soll dann 350 € kosten.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, die Halterung für das Montagebrett ist eins zu eins 
nachgebaut und die Halterungen mit Querstreben für den Dachträger sind absolut durchdacht und so stabil, dass da nichts mehr passieren dürfte.

Die Tage eilen dahin und wenn man durch Zagora läuft, gibt es viele Werkstätten, Schreinereien, Sattlereien und vieles mehr an Handwerksarbeiten zu sehen. Das sind jetzt keine Betriebe wie wir sie aus Europa oder Deutschland kennen, aber es ist auffällig, dass zwar erst gegen 10:00 Uhr mit der Arbeit begonnen wird, dafür aber bis spät in die Nacht gearbeitet wird.
Wir lassen uns noch bei einem Sattler eine Reserveradabdeckung machen mit zwei seitlichen Taschen und unsere Durchgangsabdeckung wir auch noch neu überzogen. 

Der Dachträger entwickelt sich langsam zum Alptraum, als wir ihn auf die neuen Halterungen aufsetzen wollten, mussten wir feststellen, dass die Abstände der Streben zu groß sind. Denis, der hier gute Kontakte hat, rief bei Abdul in der Garage an, dass der Schweißer nochmals zum Campingplatz kommen soll. Mini, so wird der Schweißer genannt, nahm erneut Maß und wir haben gesagt er soll noch drei längsstreben einsetzen. Eineinhalb Stunden später kam er mit drei Schienen, bereits Schwarz lackiert und wir haben die Schienen miteinander verschraubt.
Mit U-Verschraubungen haben wir dann den Träger befestigt und nun sollte das ganze heben.

Da es im Norden von Marokko schwere Unwetter gab und es dort immer noch teilweise stark regnet, werden wir noch ein bis zwei Wochen hierbleiben und hoffen, dass sich die Lage im Norden beruhigt. 
Wir wollen aber noch zwei bis drei Tage in die Wüste fahren und danach nochmals nach Zagora kommen. Ich will dann noch die Kühlflüssigkeit am LKW tauschen lassen und ich werde dann noch gleich die Dieselfilter wechseln.

Es gibt diesmal nicht viele Bilder, hoffen aber das bei der Wüstentour es wieder mehr werden.

# 20

Nun da alles, bis auf ein paar Kleinigkeiten repariert ist, wollen wir noch zwei bis drei Tage in die Wüste. Denis und Kati fahren nicht mit, da Kati vier Tage in der Woche für eine Münchner Steuerkanzlei arbeitet.
Wir wollen nochmals Richtung Erg Chegaga und in der Wüste übernachten, das lange stehen auf einem Fleck ist nichts für uns. Unseren Stellplatz in Zagora behalten wir für die Tage, da wir nochmals zurückwollen. Ich will noch die Kühlflüssigkeit am LKW wechseln lassen.
Denis gibt uns den Tipp in den Ostrich Park zu fahren, dort wurden vor ein paar Jahren Gazellen und Vogelstrauße angesiedelt. Über eine Piste fahren wir, nachdem wir Luft abgelassen haben Richtung Park und tatsächlich sehen wir drei Vogelstrauße, Gazellen zwar nicht, aber die Strauße sind schon sehenswert. 
Weiter geht es durch die Wüste, hier ist hauptsächlich Steinwüste, aber ich denke Morgen gekommen wir noch genug Sand.
Wir fahren weiter bis zu einer Oase, dort trinken wir einen Tee wollen aber dort nicht übernachten und fahren noch weiter, nach kurzer Zeit sehe ich eine Hügelkette und eine Piste, die nach oben führt. Wir fahren hoch und stellen uns auf ein Plateau, ein toller Platz für die Nacht. 

Am nächsten Morgen geht es weiter, wie fahren Richtung Lake Iriki ein ausgetrockneter See der nur bei starken Regenfällen Wasser hat. Unterwegs gibt es mitten in der Wüste ein Café Titanic, das in der Form eines Schiffes gebaut ist. Dort halten wir kurz an, um Pommes frites zu essen, die angeblich sehr gut sein sollen. Sie waren nicht schlecht, aber von sehr gut weit entfernt. Als wir wieder weiterfuhren, sahen wir an einem weiteren Café drei Expeditionsmobile stehen, wir hielten kurz an und haben mit den dreien bei einem Tee ein wenig geplaudert. Zwei von ihnen kannte ich bereits vom Pistenkuh Treffen.
Wir suchten uns eine Route zu den Felsformationen, da wir gerne die unterschiedlichen Formationen ansehen wollten. Nachdem wir ein Weichsandfeld durchquerten, suchten wir einen Platz für die Nacht. Bei einer Felsengruppe sahen wir eine Piste, die an den Felsenrand führte, dieser sind wir gefolgt und haben am Ende der Piste einen schönen Platz für die Nacht gefunden.

Am Vorabend habe ich auf der Naviapp, bei der suche nach einer Route bzw. Piste, auf einen Punkt gestoßen, den Cobra Pass. Wir fahren am Morgen los und wollen über den Cobra Pass auf die andere Seite der Bergkette und dort auf einer weiteren Piste bis nach Foum Zguid. 
Nach ein paar Kilometern geht es ab zum Cobra Pass, man sieht schon von weiten, dass die Strecke es in sich hat. Es ist nicht die Piste, sondern die Oued Durchfahrten sind das Kritische, es kommt immer wieder zu großen Schräglagen und steilen Ab- und Auffahrten. Der Böschungswinkel des Fahrzeugs ist das entscheidendste und ich bin Stolz auf unsere Baronin wie sie das gemeistert hat. Einmal mussten wir uns einen anderen Weg durch ein Oued suchen, da der Böschungswinkel fast senkrecht zwei bis drei Meter nach oben ragte.
Was natürlich gigantisch ist, sind die Felsformationen, das eine sieht aus wie ein Finger, ein weiteres wie ein Hut und noch manch andere.
Als wir den Pass überwunden haben, geht es durch eine weite Ebene mit Sand und Steinwüste bis wir nach ca. 25 KM die Straße nach Foum Zguid vor uns haben. Wir pumpen unsere Reifen wieder auf 6 Bar auf und es geht auf Teer bis nach Zagora. In Zagora fahren wir auf unseren alten Campingplatz und freuen uns auf eine heiße Dusche.
Die Wüste hat es uns angetan und es ist sehr schwer zu beschreiben oder auch per Bild festzuhalten, was es für ein außergewöhnliches „feeling“ ist, dort Tage zu verbringen.

Wir lassen bei Abdul in der Werkstatt die Kühlflüssigkeit vom Kühlsystem tauschen und sämtliche Dieselfilter gleich mit. Ich dachte nicht, dass da 13 Liter Kühlflüssigkeit hinein gehen, aber es tut dem Wasserkreislauf bestimmt gut, einmal frische Flüssigkeit zu bekommen.
Die Dieselfilter sind ganz schön vom mauretanischen Diesel verschmutz und es wir auch da Zeit neue einzusetzen. Zurück am Campingplatz lassen wir den Tag ausklingen.
Wir haben hier eine tolle Gemeinschaft mit einigen Campern und sitzen dann auch öfters vor den Fahrzeugen zusammen.
Wir entschließen uns noch das Wochenende hier in Zagora zu verbringen und wollen dann am Montag langsam Richtung Norden aufbrechen.

# 21

Am Sonntag Nachmittag gibt es noch ein gemeinsames Kaffeekränzchen mit den Nachbarn auf dem Campingplatz. Es wird für uns langsam Zeit weiterzufahren, es gibt mehrere Optionen, Heike und Ich entscheiden uns langsam an der algerischen Grenze bis zur Mittelmeerküste Marokkos zu fahren. Von dort wollen wir dann an der Küste entlang bis Tanger Med zum Fährhafen fahren.
Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Kati und Denis und weiteren netten Nachbarn und fahren los. Wir wollen zur blauen Quelle nach Meski (La Source Bleue de Meski), das sind ca. 330 KM, aber zuerst geht es noch in Zagora in die Markthalle zum Einkaufen.

Am späten Nachmittag erreichen wir Meski und es gibt einen Campingplatz direkt bei der Quelle in einer Palmenoase. Der erste Eindruck ist so überzeugend, dass wir zwei Nächte hier verbringen wollen. Wir wollen nämlich einmal einen ausgedehnten Spaziergang durch die Oase machen, denn das Laufen kam in Zagora einfach zu kurz. 
Die Blaue Quelle von Meski ist eine historische Oasenquelle im Ziz-Tal, nahe Errachidia. Ein in der Kolonialzeit angelegtes Becken speist sich aus einer Grotte. Ist aber leider so gut wie ausgetrocknet und stark algenbewachsen, zum Baden lädt das Ganze nicht mehr ein.

Am Morgen wandern wir durch die Palmenoase zur alten Ksar von Meski aus vermutlich dem 17ten Jahrhundert. Die Einheimischen sprechen auch von der Kasbah. Als Ksar bezeichnet man im Maghreb traditionelle, ländliche Siedlungen der Berber. Die alte Ruinenstadt von Meski ist von einem geschlossenen Mauerring umgeben. Dies ist normalerweise bei solchen Siedlungen nicht üblich. Einige der ursprünglich 300 Häuser, sowie die alte Moschee und der 165 Meter tiefe Brunnen sind noch gut zu erkennen. Ein wirklich lohnenswerter Ausflug.

Wir brechen schon bald am Morgen auf, denn es sind Heute 361 KM zurückzulegen. Es geht Richtung Mittelmeerküste, aber bis dorthin sind noch zwei Übernachtungen dazwischen. Wir haben mitten auf der Route einen Campingplatz in den Oliven Heinen entdeckt und da bleiben wir für eine Nacht stehen.
Die Fahrt durch den mittleren Atlas und später am hohen Atlas entlang ist einfach faszinierend und eindrucksvoll. Die Fahrerei ist anstrengend und so werden wir mal früh ins Bett gehen.

Eigentlich war geplant, dass wir in den Gourgou Park oberhalb von Nador fahren, dort gibt es noch freilebende Berberaffen und viel Natur. Die Auffahrt zum Park gestaltet sich ziemlich steil, stellenweise müssen wir im zweiten Gang hochkriechen. Als wir dann oben ankamen, haben wir schon die ersten Affen gesehen, die am Straßenrand nach Nahrung suchen. Der geplante Stellplatz erweist sich für unsere Baronin als ungeeignet, dafür ist sie zu groß und zu schwer. Wir fahren weiter in der Hoffnung beim Herunterfahren einen geeigneten Stellplatz für die Nacht zu finden. Leider Fehlanzeige, also beschließen wir den nächsten herausgesuchten Stellplatz anzufahren. Dieser liegt direkt an der Mittelmeerküste von Marokko. Als wir ankamen, stellte sich heraus, dass durch den nun begonnenen Ramadan, alles geschlossen ist und so fahren wir weiter. Nach einigen Kilometern biegen wir links ab Richtung Berge, dort müsste es doch irgendwo einen schönen Platz für die Nacht geben. Es wird immer steiler immer enger und immer besiedelter. Wir fahren ca. 60 KM quer durch die Berge, ohne Erfolg, schlussendlich landen wir wieder auf der Küstenstraße und stellen uns einfach an einen Strand mit Namen Plage Rhacheth nahe der Straße. Aus den ursprünglich geplanten 180 KM für diesen Tag, wurden es über 400. Wir hoffen, dass wir hier eine einigermaßen ruhige Nacht haben.

Die Nacht war erstaunlich ruhig und so geht es am Morgen weiter mit dem Ziel Amtar an der Mittelmeerküste. Da wir am Vortag bei der Stellplatz suche durch ein schlammiges tiefes Wasserloch fahren mussten, sah die Baronin danach dementsprechend aus. Deshalb führen wir unterwegs eine Tankstelle an und ließen unseren LKW waschen. Zwei Mann bemühten sich um unsere Baronin, zuerst mit dem Hochdruckreiniger, dann mit Bürste und Schwamm und zuletzt Klarspülen. Das Ganze dauerte ca. 45 Minuten und kostete 10 €. Am frühen Nachmittag kamen wir in Amtar an, die Fahrt an der Küste und den angrenzenden Bergen war wieder ein besonderes Erlebnis. Nach einem ausgiebigen Strandspaziergang und anschließendem Autocheck, ließen wir den Tag ausklingen.

Da im Ramadan fast alle Restaurants und Cafés geschlossen haben, spielt sich das meiste für die Marokkaner zuhause ab. Wir beschließen baldmöglichst nach Europa zurückzukehren und fahren an der Küste entlang zuerst nach Tetouan einer Großstadt im Norden und anschließend nach Fnideq wo wir am Meer auf einem Parkplatz einen Platz für die Nacht gefunden haben.
Im Norden Marokkos, kann man überall noch die Schäden, die die starken Regenfälle und damit die Überschwemmungen ausgelöst haben, erkennen. Teilweise hat es einfach die halbe Straße weggerissen und viel Schlamm und Geröll liegt an den Straßen und teilweise sind die Felder noch überflutet. Wir werden hier in Fnideq die Nacht verbringen und am Morgen aufbrechen nach Tanger Med in den Fährhafen, es sind von hier nur noch 30 KM. Vorher werden wir aber noch Volltanken und die Kanister füllen, denn hier liegt der Dieselpreis im Moment bei ca. 1,02 €. Wir hoffen, dass die Ausreise problemlos und zügig geht und wir nicht so lange auf eine Fährverbindung warten müssen.

# 22

Wir entschließen uns nach Tanger Med zu fahren und nach Europa, in diesem Fall Spanien, überzusetzen. Vorher Tanken wir noch einmal voll, auch die drei Kanister und machen uns auf den Weg zum Fährhafen. Tanger Med besteht eigentlich nur aus dem großen Hafen und einem riesigen Grenzgebiet. Die Abfertigung an der marokkanischen Grenze ist wieder eine Geduldsprobe. Zuerst die Passkontrolle, dann wird das Fahrzeug von vorne fotografiert, dann anstehen beim Scanner, ist man da endlich durch geht es zum Fahrzeugcheck mit Hund, dann darf man zum Fähranleger fahren. Wenn man denkt das war es schon, der hat sich getäuscht. Bevor wir auf die Fähre fahren dürfen, nochmals Passkontrolle, einmal Rundlauf mit Hund, dann Fahrzeugcheck die Zweite, diesmal der Innenraum. Jetzt haben wir es geschafft und wir dürfen auf die Fähre. Als ich einfahren wollte, winkte ein Mitarbeiter des Fährbetriebs, dass ich wenden soll und Rückwärts auf die Fähre auffahren muss. Wir wurden durch das ganze Schiff gelotzt und am Ende des Hecks durften wir einparken. Die überfahrt verzögerte sich, war aber sehr ruhig und entspannt. Als wir in Algeciras ankamen, war es schon spät am Nachmittag, dass wir ganz hinten im Heck standen, wurde uns zum Nachteil, denn links und recht stand alles voller LKWs und wir mussten lange warten, bis wir aus dem Schiff kamen. Dann die ganzen LKWs vor uns bei der Grenzkontrolle, als wir durch waren entschlossen wir uns nach Tarifa an den Strand zu fahren, da das nur 28 KM sind und wir das noch vor Sonnenuntergang schaffen müssten.
Wir waren vor Sonnenuntergang da und haben auch noch einen Stellplatz für die Nacht gefunden.

Am nächsten Morgen ging es erst einmal zurück nach Algeciras und dort zum Lidl zum Einkaufen. Es lag uns am Herzen, wieder europäische Wurst einzukaufen, da wir die letzten drei Monate darauf verzichten mussten. Von Algeciras fuhren wir nach Antequera, dort gibt es einen Stellplatz von der Stadt und dort wollten wir übernachten. Als wir ankamen, war der ganze Platz mit Wohnmobilen voll und es gab keinen freien Platz. Nach einer Kaffeepause entschließen wir uns weiterzufahren, es geht nach Alcala la Real, dort gibt es eine Festung aus dem 13 Jahrhundert „Fortaleza de la Mota“, die möchten wir uns gerne ansehen. Nach einer kleinen Irrfahrt in der Stadt, mit sehr engen Gassen, gelangen wir auf einen Wohnmobilstellplatz. Dort werden wir zwei Nächte bleiben, um die Stadt und die Festung zu besichtigen.

Am späten Morgen laufen wir hoch zur Festung, nachdem wir das Eitrittsgeld bezahlt hatten, ging es zur Rundtour. Auf dem Bon des Eintritts gab es einen QR-Code, mit dem man eine Führungsapp herunterladen konnte, die die einzelnen Etappen in deutsch erklärte. Es waren beeindruckende Eindrücke und die Historie war ebenfalls interessant. In der Kathedrale der Festung gab es noch eine Filmvorführung mit englischen Untertiteln, in der ebenfalls die Historie der Festung und vor allem der Kathedrale gezeigt wurden. Wir sind dann anschließend noch ein wenig durchs Städtchen gelaufen und schließlich zurück zum Stellplatz.

Es geht weiter, wir fahren in die nähe von Granada am Fuße der Siera Nevada. Wir haben einen Stellplatz ca. 6 KM außerhalb Granadas ausgesucht und wollen dann mit dem Bus in die Stadt fahren. Die fahrt zum Stellplatz ging recht zügig, da es nur ca. 60 KM zu fahren gab. Beeindruckend ist die Siera Nevada die auf der Fahrt immer näher mit ihren Schneebedeckten Gipfeln heran rückt. Die höchsten Berge sind knapp 3500 Meter hoch. 
Nun sind wir gespannt auf die Stadt Granada.

Am Morgen geht es mit dem Bus in das Centrum von Granada. Es ist eine sehr lebendige Stadt und es gibt viel zu sehen. Uns ist klar, dass wir nicht alles ansehen können, aber ein paar Sehenswürdigkeiten müssen schon sein. Wie gesagt die City ist gut besucht und es gibt unzählige Cafés, Restaurants, Boutiquen und Shops mit einem reichhaltigen Angebot. Es gibt auch zahlreiche Bauwerke und historische Gebäude, die sehr interessant sind. Da der Eintritt in die berühmte Alhambra inzwischen bei 50 € pro Person liegt, genügt uns der Blick von außen.
Granada ist eine sehenswerte Stadt und ein Besuch lohnt allemal.

Wir fahren weiter in die Gorafe Wüste, das durch vielfältige Formen und Farben geprägte Gebiet besitzt, eine einzigartige Schönheit, deren Landschaft an Kappadokien erinnert. Die Gorafe Wüste wir auch Grand Canyon von Andalusien genannt. 
Als wir ankamen, war der erste Gedanke, gleich einen Teil der ca. 45 KM langen Rundtour zu Fahren und uns dann mittendrin einen Stellplatz für die Nacht zu suchen.
Laut der Beschreibung und den GPS-Daten von der Pistenkuh, soll die Strecke für Allradfahrzeuge bis 12t befahrbar sein und wird mit Schwierigkeitsgrad 3 bezeichnet. Die ersten Kilometer lassen sich gut fahren, es gibt sogar eine kurze steile Betonpiste, dann wird es aber immer enger mit seitlich steilen Schluchten und Abhängen. Die Piste ist durch Regenfälle in der Vergangenheit sehr stark ausgewaschen und hat teilweise tiefe Spurrillen. Es wir auf jeden Fall sehr leise im Fahrerhaus und die Anspannung ist sehr groß. Manche Kehren sind so eng, dass ich rangieren muss, um rundzukommen. Der Aufbau verwindet sich so stark gegen die Doppelkabine, dass der Faltenbalg des Durchgangs aus dem Rahmen gezogen wird. Es war auf jeden Fall wieder eine Herausforderung an das Material und an den Fahrer.
Trotz aller Strapazen, das Naturspektakel, das wir auf dieser Strecke erleben ist ein Highlight, das uns mit Sicherheit in Erinnerung bleibt. Die Canyons, die Farben und die faszinierenden Eindrücke sind unbeschreiblich und beeindruckend.
Am Nachmittag finden wir auf der Strecke einen tollen Stellplatz neben einem ehemaligen Felsenhaus und verbringen eine ruhige Nacht.

Wir verlassen unseren schönen Stellplatz und machen uns auf die letzten 10 KM Offroadpiste in der Gorafe Wüste. Auch die letzten Kilometer fordern nochmals Mensch und Material, aber auch Faszination über die Natur. Am Parkplatz der auch der Beginn der Offroad Piste ist, wird der Allrad ab geschalten und das Navi auf das nächste Abenteuer „Tabernas Wüste“ eingestellt.
Da es nur ca. 100 KM zu fahren sind erreichen wir bereits zur Mittagszeit die Tabernas Wüste.
Es ist sehr schwer GPS-Tracks dafür im Internet zu finden, da viele Pisten privat sind und es auch nicht gewünscht wird, dass man mit dem eigenen Fahrzeug Touren unternimmt.
Wir fahren trotzdem hinein, merken aber schnell, dass sich viele Pisten als Sackgasse herausstellen. Auch von der Landschaft sind wir etwas endtäuscht und hatten uns mehr erhofft. Vielleicht war es auch ein Fehler zuerst in die Gorafe Wüste zu fahren, man hätte es umgekehrt machen sollen, dann wäre die Begeisterung größer gewesen.
In der Tabernas Wüste sind einige Western gedreht worden, einer der bekanntesten ist wohl Spiel mir das Lied vom Tod und noch weitere. Es gibt noch eine Filmkulisse, das Fort Bravo, dass zur Touristenattraktion mit Cowboy Shows und Kutschfahrten geworden ist. Da uns das nicht so begeistert, statten wir dort auch keinen Besuch ab. 

Eigentlich wollten wir in der Tabernas Wüste Übernachten, haben aber keinen schönen Stellplatz gefunden. Wir fahren weiter und versuchen unterwegs einen Stellplatz für die Nacht zu finden. Die Suche wird immer schwieriger und ich biege einfach in eine Straße ein. Nach mehreren Kilometern geht es in einen Feldweg, der aber auch keinen Erfolg bringt. Wir fahren die Landstraße weiter und es geht auf einem schmalen Pass über eine Bergkette. Nach ca. 20 KM erreichen wir ein Dorf, dort sehen wir einen großen Schotterplatz und beschließen, dass wird unser Platz für die Nacht. Das Dorf heißt Nijar.

# 23

Wir verlassen die bizarre Bergwelt und fahren ins Landesinnere nach Albacete. Es sind ca. 330 KM die wir an diesem Tag zurücklegen und sind gegen 15:30 Uhr auf dem städtischen kostenlosen Stellplatz angekommen. Nach einer Dusche im LKW machen wir uns auf zur Kathedrale von Albacete, wir haben gelesen, dass sie sehenswert ist und da wir fast den ganzen Tag im Auto gesessen haben, ist das eine willkommene Abwechslung.
Das äußere Erscheinungsbild der Kathedrale ist erst mal ernüchternd, aber als wir in das innere Treten, wird die Pracht sichtbar. Sie ist auf jeden Fall sehenswert.
Auch beim Hin- und Rückweg gab es einige Gebäude alter Zeit zu bewundern, ansonsten ist Albacete eine moderne Stadt. Es gibt durch die Universität auch sehr viele junge Leute, was der Stadt anscheinend guttut.

Es geht weiter Richtung Saragossa, einen Halt wollen wir aber vorher noch machen, und zwar in Teruel. Ich habe unbewusst einen Ort auf halber Strecke ausgesucht und dort gesehen, dass es von der Stadt einen kostenlosen Stellplatz gibt.
Als wir dort ankamen, trauten wir unseren Augen nicht, alles voller Wohnmobile, der ganze Stellplatz voll. Es passen bestimmt an die 30 Wohnmobile auf den Platz, es ist extrem, wie das Camper Dasein zugenommen hat. Wir sehen, dass auf der gegenüberliegenden Seite ein Schotterplatz ist, wo ebenfalls bereits an die 15 Wohnmobile stehen. Wir finden da noch ein Plätzchen und wir wollen ja am nächsten Tag bereits weiter.
Da wir neugierig geworden sind, warum hier so viele Wohnmobile stehen, recherchieren wir im Internet, anscheinend gibt es in Teruel alte Ruinen die als Weltkulturerbe deklariert wurden. Da wir schon so viele Eindrücke auf unserer Reise erlebt haben, lassen wir diese aus und lassen den Abend im Wohnmobil ausklingen.

Es geht nach Saragossa (Zaragoza), auch dort gibt es einen städtischen Wohnmobilplatz am Sportstadion, mal gespannt wie es da aussieht. Das gleiche, alles voll, gegenüber gibt es zum Glück einen weiteren Parkplatz und dort finden wir noch ein Plätzchen. Wir gehen dann noch etwas die Beine vertreten, wollen aber erst am nächsten Tag in die City mit der Straßenbahn, die fährt direkt vor uns in das Zentrum. 
Am Morgen fahren wir mit der Straßenbahn in die Innenstadt. Gleich nach der Brücke über den Ebro, steigen wir aus, da gibt es schon einiges zu sehen. Reste der alten Stadtmauer und einige historische Bauwerke, wie die Kathedrale von Zaragoza, ein imposantes Bauwerk von außen, wie von innen. Wir laufen weiter ins Zentrum, gönnen uns in einem alten Kaffee einen Capuchino und schlendern später durch die schmalen Gassen der Altstadt. 
Saragossa ist zum einen eine moderne Stadt, zum anderen besitzt sie auch viele historische Elemente, ein Besucht lohnt sich, wenn man in der Nähe ist, auf jeden Fall.

Eigentlich wollten wir über die Pyrenäen nach Frankreich, aber wir haben uns dann kurzfristig anders entschieden. Auf dem Weg nach Frankreich gibt es noch die spanische Stadt Huesca, dort gibt es wieder einen freien Stellplatz und wir bleiben noch eine Nacht in Spanien. In Huesca gibt es auch eine Waschanlage für höhere Fahrzeuge und ich will den Staub und Dreck von der Gorafe Wüste noch gerne abwaschen. 
Der Stellplatz ist so weit OK und wir machen noch einen Spaziergang durch das Stadtzentrum. Am Nachmittag ist Regen angesagt und so verbringen wir den Rest des Tages bei Spielen in unserer Baronin.

Am Morgen machen wir uns auf Richtung Frankreich über die Pyrenäen, wir haben einen Stellplatz in Arreau gefunden, wo wir zwei Nächte stehen bleiben wollen. Die Fahrt in die Pyrenäen ist wieder eine Faszination an Natur und Bergwelt. Wir steigen auf über 1700 Meter und dann geht es durch einen 4 KM langen Tunnel nach Frankreich. Schon bei der Auffahrt zum Tunnel gab es links und rechts der Straße immer wieder Schneereste, als wir aber durch den Tunnel waren, tat sich wie eine andere Welt auf, alles weiß und dicker Nebel. Die Schneebracht war allerdings nur von kurzer Dauer, denn nach ein paar hundert Meter abwärts ins Tal wurde schon wieder alles Grün. Es war unsere erste Schneebekanntschaft im Winter 2025/2026. 
Als wir in Arreau ankamen, regnet es immer wieder und da wir die Kälte gar nicht gewohnt sind, kochen wir erst einmal einen Kaffee. 
Das Wetter hält uns aber nicht ab ein paar Schritte zu laufen, wir gehen ins Dorf und entdecken dort ein Café, in das wir einkehren und uns je ein Eclair und einen Kaffee zu Gemüte führen. 
Zurück in der Baronin sind wir dankbar für die Dieselheizung, die es mollig warm werden läßt.
Wir wollen Morgen, es soll ein paar Stunden trocken bleiben, eine Wanderung in die Umgebung machen.
In Komoot haben wir einen Rundweg entdeckt mit ca. 7 KM, die Sonne kommt langsam zum Vorschein, also kann es los gehen. Die Gegend ist sehr schön und das Laufen tut gut, auch wenn wir einen heftigen Anstieg auf einem schmalen Pfad bewältigen müssen. Wir sind bereits am Mittag wieder in Arreau und gönnen uns zur Belohnung einen Café besuch. Da es wiedererwarten am Nachmittag trocken bleibt, laufen wir nochmals ins Dorf und schlendern einfach noch ein wenig umher.

# 24

Eigentlich sollte es weiter nach Toulouse gehen, wir sind auch nach Toulouse gefahren, aber mit einem Stellplatz wurde es schwierig. Toulouse hat sehr viele Umweltzonen und viele Beschränkungen auf 7,5 Tonnen. Wir fahren trotz Beschränkung einen Stellplatz an, fühlen uns aber dort nicht so richtig wohl. Es kommt die Frage auf, wollen wir Toulouse noch ansehen oder fahren wir weiter. Durch Zufall finde ich auf der Route die Stadt Albi und es sind nur 78 KM bis dorthin, also fahren wir nach Albi. Es gibt zwar wieder Beschränkungen auf 7,5 Tonnen, aber wir wagen es trotzdem. 
Als wir in Albi ankommen wollen wir auf einen Stellplatz der Stadt, aber so wie uns das Navi Lotzen will, geht es nicht, da die ganze Innenstadt gesperrt ist. Erst später bekommen wir mit, dass dort ein Fasnachtsumzug stattfindet. In Albi geht die Fasnacht bis einschließlich 08. März.
Von der Ferne sehen wir schon die Kathedrale, die in ihrer vollen Schönheit in der Sonne glänzt.
Wir sind gleich überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war, hierher zu fahren. Nach ein paar engen Passagen durch die Nebenstraßen der Stadt erreichen wir den Stellplatz und freuen uns auf den Besuch der Stadt am nächsten Tag.

Wir machen uns auf den Weg in die Stadt, als erstes wollen wir natürlich in die Kathedrale. Die Kathedrale Sainte-Cecile wurde in der Zeit von 1282 bis 1380 erbaut und am 23 April 1480 eingeweiht. Es ist ein faszinierendes Bauwerk von außen und erst recht von innen. Die Wand- und Deckengemälde ziehen einen einfach in ihren Bann. Nach der Besichtigung der Kathedrale laufen wir noch in der Stadt herum, mussten aber feststellen, dass die meisten Geschäfte nicht nur sonntags, sondern auch montags geschlossen haben. Dann trinken wir den Kaffee halt in unserer Baronin. Dennoch gibt es noch einiges in der Stadt zu sehen und so sehen wir uns das ein oder andere noch an.

Es geht weiter, allerdings nicht sehr weit, wir fahren nach Rodez. Es sind 78 KM zu fahren und in Rodez gibt es einen kostenlosen Stellplatz der Stadt. Wir kommen bereits gegen 11:00 Uhr dort an und machen uns kurze Zeit später auf in das Zentrum der Stadt zu laufen. Rodez hat ebenfalls wir Albi eine Kathedrale und auch die wollen wir uns ansehen. Es sind ca. 3 KM einfach zu laufen bis wir die Kathedrale erreichen. Wieder stehen wir vor einem faszinierenden Bauwerk, das ein paar Jahre älter ist als die Kathedrale in Albi, in Rodez wurde 1277 mit dem Bau begonnen. 
Allerdings was die Schönheit und Eleganz angeht, ist die Kathedrale in Albi weit vorne. Nachdem wir die Kathedrale besichtigt hatten, ging es noch ein wenig durch die Stadt und anschließend in ein Café zum Aufwärmen, es ist ganz schön kalt geworden oder wir sind es nicht mehr gewöhnt. 
Wir wollen nur eine Nacht in Rodez bleiben und fahren Morgen weiter.

Da das Wetter nicht mehr sehr berauschend ist und wir auch langsam Heim wollen, schmeißen wir unsere Planung nochmals um und wollen in zwei Tagen die deutsche Grenze passieren. Deshalb wird unser nächster Stopp Saint Etienne, als wir am Nachmittag auf dem Stellplatz ankommen, regnet es und wir haben auch keine große Lust in die Stadt zu laufen, so bleiben wir am Stellplatz und werden Morgen weiterfahren.
Wir haben ja in Nordafrika ausschließlich mit Organic Maps navigiert und weil das recht gut geklappt hat, benutzen wir es auch auf der Heimreise. Nachteil, man kann in Organic Maps keine Fahrzeugspezifischen Daten eingeben und die App geht immer von einem Auto aus.
Das hat uns heute wieder einmal ins Schwitzen gebracht, zum einen führte uns das Navi auf Nebenstraßen, die so breit waren, wie unser Auto und Ortsdurchfahrten die ebenfalls kaum breiter waren als unsere Baronin. Wir fuhren auch über zwei kleinere Passstraßen, als wir dann endlich in Saint Etienne angekommen sind, fuhren wir in eine Umweltzone und einer Gewichtsbeschränkung auf 3,5 Tonnen, drehen war keine Option, so muss man dann eben Beten, dass das gut geht. Wir sind, ohne aufgehalten zu werden wieder aus Sait Etienne herausgekommen und es geht weiter Richtung Besancon, dort wollten wir eigentlich hin, da es dort aber keine vernünftigen Stellplätze gibt fuhren wir noch ca. 30 KM weiter nach Pays-de-Cerval am Fluss Le Doubs. Dort gibt es einen städtischen Stellplatz direkt am Fluss. Als wir dort ankamen, waren wir die einzigen und nach kurzer Zeit kam ein Mann und sagte, dass der Platz geschlossen sei, na Prima. Wir fuhren ein paar hundert Meter weiter auf einen öffentlichen Parkplatz und dort werden wir die Nacht verbringen.
Wir gingen noch ein wenig am Fluss entlang spazieren und lassen den Tag, der sehr anstrengend war, zu Ende gehen. 

Am Morgen brechen wir auf Richtung Deutschland, eigentlich könnten wir auf zwei Etappen nach Hause fahren, wir entscheiden uns aber anders.
Wir fahren nach Lahr im Schwarzwald und wollen da übers Wochenende bleiben, zum einen um uns von den vielen Fahrtagen in letzter Zeit ein wenig zu erholen, zum anderen wollen wir am Sonntag hier in Lahr zum Gottesdienst gehen, da wir schon seit gut 5 Monaten keinen Präsenz-Gottesdienst mehr hatten. Wir werden uns bei der Gelegenheit Lahr in aller Ruhe ansehen und die Zeit noch ein wenig genießen.

Lahr ist nicht so groß, hat aber ein ganz nettes Stadtzentrum und wir genießen es am Nachmittag einen kleinen Stadtbummel zu machen. Leider hat das Wetter umgeschlagen und es ist kalt und regnerisch, für uns sind die Temperaturen noch sehr gewöhnungsbedürftig. Zurück in der Baronin wird erst mal eingeheizt und so verbringen wir den Rest des Tages im warmen mit einem neuen Spiel, dass wir am Nachmittag gekauft haben.     

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